Die Tankkosten steigen oft aus zwei Gründen: Der Literpreis an der gewählten Tankstelle ist höher als nötig oder das Auto verbraucht mehr Kraftstoff als erforderlich. Sie können beide Faktoren getrennt angehen: Vergleichen Sie vor dem Tanken den Preis derselben Kraftstoffsorte und ändern Sie anschließend Gewohnheiten, die den Verbrauch auf jeder Fahrt beeinflussen.
Stand: 2. November 2026. Für Deutschland gilt seit dem 1. April 2026 die sogenannte 12-Uhr-Regel für Preiserhöhungen. Die Tipps unten helfen, aktuelle Preise sinnvoll zu vergleichen und den tatsächlichen Verbrauch zu prüfen.
1. Vor dem Tanken Preise in der Umgebung vergleichen
Öffnen Sie kurz vor der Abfahrt eine Spritpreis-App oder ein Vergleichsportal und stellen Sie zuerst den richtigen Kraftstoff ein: Super E5, Super E10 oder Diesel. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt gibt Preisdaten an zugelassene Verbraucher-Informationsdienste weiter. Nahezu alle öffentlichen Tankstellen müssen Änderungen bei diesen Kraftstoffen innerhalb von fünf Minuten melden. Die Preise sind deshalb aktuell, können sich aber zwischen Meldung und Anzeige noch ändern. Die FAQ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erläutert die Daten und den Preisvergleich.
Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen die Preise für Otto- und Dieselkraftstoffe nur einmal pro Kalendertag um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit möglich. Daraus folgt kein fester „günstigster Tankzeitpunkt“: Vergleichen Sie die angezeigten Preise direkt vor Ihrem Tankstopp, statt sich allein auf eine Uhrzeit zu verlassen. Der genaue Wortlaut steht in § 2 des Kraftstoffpreisanpassungsgesetzes.
Sortieren Sie die Treffer nicht nur nach Cent pro Liter. Prüfen Sie auch, ob die Tankstelle auf Ihrer üblichen Strecke liegt, geöffnet ist und keinen großen Umweg verursacht. Ein niedrigerer Preis lohnt sich besonders dann, wenn Sie ohnehin in der Nähe vorbeifahren.
Rechenbeispiel: Lohnt sich ein Umweg?
Angenommen, Sie tanken 40 Liter und finden eine Station, die 4 Cent je Liter günstiger ist: Das entspricht 1,60 Euro Preisunterschied. Ein zusätzlicher Hin- und Rückweg von insgesamt 6 Kilometern verbraucht bei einem angenommenen Fahrzeugverbrauch von 6 Litern je 100 Kilometer rund 0,36 Liter. Bei einem nur zur Veranschaulichung angenommenen Literpreis von 1,80 Euro kostet der Umweg etwa 0,65 Euro an Kraftstoff. Rechnerisch bleiben etwa 0,95 Euro übrig; zusätzliche Fahrzeit und Verschleiß sind dabei nicht eingerechnet. Mit Ihren eigenen Werten können Sie die Entscheidung besser treffen.
2. Mit ruhiger Fahrweise weniger verbrauchen
Ein Preisvergleich spart nur bei der jeweiligen Tankfüllung. Eine gleichmäßige Fahrweise wirkt sich dagegen auf viele Fahrten aus. Beschleunigen Sie zügig, aber ohne unnötig hohe Drehzahlen, schalten Sie bei einem Schaltwagen früh in einen höheren Gang und halten Sie möglichst gleichmäßig das Tempo. Bei einem Automatikauto kann der Eco-Modus helfen, sofern das Fahrzeug ihn anbietet.
Schauen Sie weit voraus und halten Sie genügend Abstand. Wenn der Verkehr langsamer wird oder eine Ampel rot ist, nehmen Sie frühzeitig den Fuß vom Gas, statt spät stark zu bremsen und anschließend wieder zu beschleunigen. Bleiben Sie dabei stets aufmerksam und passen Sie Tempo und Abstand an die Verkehrslage an.
Auch die Geschwindigkeit zählt: Das Umweltbundesamt (UBA) nennt als Beispiel, dass ein Auto bei 100 statt 120 km/h auf derselben Strecke rund 15 Prozent Kraftstoff beziehungsweise Energie sparen kann. Das ist ein Richtwert aus einem Vergleich, keine Garantie für jedes Fahrzeug oder jede Fahrt. Auf der Autobahn gilt: Fahren Sie so, wie es Verkehr, Wetter und Beschilderung sicher zulassen; eine niedrigere Geschwindigkeit kann den Verbrauch senken, wenn sie den Verkehrsfluss nicht gefährdet.
Vermeiden Sie außerdem unnötige Kurzfahrten mit kaltem Motor. Legen Sie mehrere Erledigungen zusammen oder gehen Sie kurze Wege zu Fuß beziehungsweise fahren Sie mit dem Rad, wenn es praktikabel ist. Lassen Sie den Motor nicht im Stand warmlaufen. Bei längeren Stopps können Sie die Start-Stopp-Automatik nutzen oder den Motor ausschalten, sofern die Verkehrssituation und die Fahrzeughinweise das zulassen.
3. Reifen, Gepäck und Klimaanlage prüfen
- Reifendruck: Kontrollieren Sie ihn regelmäßig am kalten Reifen und richten Sie sich nach dem Wert in der Bedienungsanleitung oder am Fahrzeugaufkleber. Ein um 0,5 bar zu niedriger Druck kann laut UBA den Energieverbrauch um etwa 5 Prozent erhöhen und die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Erhöhen Sie den Druck nicht beliebig; maßgeblich bleiben die Herstellerangaben für Beladung und Fahrzeug.
- Ballast und Aufbauten: Nehmen Sie nicht benötigte Gegenstände aus dem Kofferraum und bauen Sie Dachbox oder Dachträger nach Gebrauch ab. Sie erhöhen Gewicht oder Luftwiderstand und können dadurch den Verbrauch steigern.
- Klimaanlage und elektrische Verbraucher: Nutzen Sie Komfortfunktionen nach Bedarf, aber schalten Sie sicherheitsrelevante Beleuchtung, Scheibenwischer oder Scheibenheizung nicht aus, um Kraftstoff zu sparen.
- Wartung: Halten Sie Inspektionen und Ölwechsel nach Herstellervorgabe ein. Wenn der Verbrauch plötzlich steigt oder eine Warnleuchte aufleuchtet, lassen Sie das Fahrzeug prüfen, statt das Problem mit einer anderen Fahrweise zu überdecken.
Diese Empfehlungen finden Sie ausführlicher in der am 22. April 2026 aktualisierten UBA-Übersicht zum Spritsparen. Ergänzende technische Hinweise veröffentlicht der ADAC in seinen Tipps für weniger Kraftstoffverbrauch (Stand der dortigen Aktualisierung: 5. Mai 2026).
4. Prüfen, ob die Maßnahmen wirken
Der Bordcomputer eignet sich als schneller Hinweis, doch Momentanwerte schwanken mit Steigung, Temperatur und Verkehr. Für einen belastbareren Vergleich notieren Sie nach dem Tanken den Kilometerstand und die eingefüllte Literzahl. Nach der nächsten vollständigen Tankfüllung berechnen Sie:
Verbrauch in Litern je 100 Kilometer = getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100.
Beispiel: Werden nach 600 Kilometern 36 Liter nachgefüllt, liegt der errechnete Verbrauch bei 6 Litern je 100 Kilometer. Wiederholen Sie die Messung über mehrere Tankfüllungen und vergleichen Sie möglichst ähnliche Strecken, Jahreszeiten und Beladungen. So erkennen Sie eher, ob eine Änderung der Fahrweise den Verbrauch gesenkt hat oder ob eine andere Route beziehungsweise Wetterbedingungen den Wert beeinflusst haben.
Für die Kosten rechnen Sie anschließend den Verbrauch mit dem tatsächlich gezahlten Literpreis hoch. So sehen Sie getrennt, ob die Ersparnis vom günstigeren Tanken, vom geringeren Verbrauch oder von beidem kommt. Beginnen Sie mit Preisvergleich, Reifendruck und unnötigem Ballast; beobachten Sie die Werte danach erneut. Das macht den Erfolg nachvollziehbar, ohne einzelne App-Preise oder Bordcomputer-Anzeigen mit einer dauerhaften Einsparung zu verwechseln.