Wer nach dem Learjet 60 sucht, möchte meist schnell wissen, was dieses Geschäftsflugzeug besonders macht: Wie schnell fliegt es, wie weit reicht es und worin unterscheidet sich der 60XR? Kurz gesagt: Der Learjet 60 ist ein zweistrahliger, druckbelüfteter Businessjet mit hoher Reisegeschwindigkeit und einer für seine Klasse vergleichsweise kompakten Kabine. Die XR-Version brachte vor allem Änderungen an Kabine und Cockpit. Ein Suchtrend zum Modell belegt für sich genommen keinen bestimmten Flug, Vorfall oder Verkauf; die folgenden Angaben beschreiben das Flugzeug und seine Varianten.
Welche technischen Eckdaten sind wichtig?
Die folgende Übersicht fasst veröffentlichte Leistungsangaben zusammen. Die Werte sind keine Garantie für einen konkreten Flug: Sie hängen unter anderem von Variante, Beladung, Wetter, Route und den vorgeschriebenen Reserven ab.
| Merkmal | Angabe |
| Antrieb | Zwei Pratt-&-Whitney-Canada-PW305A-Turbofantriebwerke, jeweils mit 4.600 lb Schub auf Meereshöhe |
| Reisegeschwindigkeit | Bis zu Mach 0,81 laut Transport Canada |
| Maximale Betriebshöhe | 51.000 Fuß, ungefähr 15.545 Meter |
| Reichweite | Bis zu 2.499 nautische Meilen, rund 4.628 Kilometer, mit vier Passagieren, ISA-Bedingungen und IFR-Reserven |
| 60XR-Kabine | Rund 5,39 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,73 Meter hoch |
Die Angaben zu Triebwerken, Geschwindigkeit, Betriebshöhe und Reichweite stammen aus dem Betriebsbewertungsbericht von Transport Canada, der im Mai 2008 veröffentlicht wurde. Die Reichweite bezieht sich ausdrücklich auf ein festgelegtes Berechnungsszenario. Bei mehr Passagieren oder Gepäck, Gegenwind, einer anderen Flughöhe oder größeren Reserven kann die praktisch erreichbare Strecke kürzer ausfallen. Wer einen Flug plant, sollte deshalb nicht einfach die Prospektreichweite auf eine beliebige Route übertragen.
Was zeichnet den Learjet 60 im Flug aus?
Transport Canada beschreibt den Learjet 60 als Ganzmetall-Tiefdecker mit Druckkabine und zwei außen am Rumpf montierten Triebwerken. Das Konzept verbindet die Geschwindigkeit eines Jets mit einer Kabine für Geschäftsreisen. Die ausgewiesene Höchst-Reisegeschwindigkeit von Mach 0,81 und die Betriebshöhe von bis zu 51.000 Fuß sind zentrale Leistungsmerkmale. Sie bedeuten jedoch nicht, dass jeder Flug mit diesen Werten durchgeführt wird: Flughafenauswahl, Wetter, Gewicht, Luftraum und betriebliche Vorgaben beeinflussen den tatsächlichen Ablauf.
Die Angabe von bis zu 2.499 nautischen Meilen ist besonders leicht misszuverstehen. Sie ist kein Versprechen, dass der Jet diese Strecke mit jeder Kabinenbelegung und jeder Nutzlast nonstop zurücklegt. Transport Canada nennt dafür vier Passagiere, eine Standardatmosphäre und IFR-Kraftstoffreserven. Für einen konkreten Einsatz sind die genehmigten Flughandbücher und die Berechnung des Betreibers maßgeblich.
Wie komfortabel ist die Kabine?
Der Learjet 60XR bietet eine Kabine für mehrere Reisende, bleibt aber deutlich kompakter als ein großer Langstreckenjet. Ein AOPA-Porträt aus dem November 2008 nennt für die beschriebene XR-Ausführung bis zu acht Passagiere sowie eine Kabine von etwa 17 Fuß 7 Zoll Länge, 5 Fuß 11 Zoll Breite und 5 Fuß 8 Zoll Höhe. Das entspricht ungefähr 5,39 mal 1,80 mal 1,73 Metern. Die tatsächliche Sitzplatzanzahl und Einrichtung unterscheiden sich je nach zugelassenem Innenraum und konkretem Flugzeug.
Die Kabinenhöhe liegt unter der Körpergröße vieler Erwachsener. Das ist für längere Aufenthalte im Gang weniger bequem als in einer voll aufrechten Kabine. Bei der Beurteilung zählen deshalb nicht nur Sitzplätze: Auch Mittelgang, Gepäckraum, Toilette, Küchenbereich und der gewünschte Bewegungsraum sollten zur jeweiligen Reise passen. Die Beschreibung und die Leistungswerte variieren mit der Ausstattung; das AOPA-Porträt des Learjet 60XR kennzeichnet seine Zahlen als herstellerbasierte Angaben für eine konkrete Konfiguration.
Was ist beim Learjet 60XR anders?
Der Learjet 60XR ist keine völlig neue Flugzeugkonstruktion, sondern eine überarbeitete Produktionsvariante des Model 60. Transport Canada ordnet den XR-Flugzeugen ab der Seriennummer 60-319 das Model 60 zu. Laut dem Bericht erhielt die XR-Version neue Kabinenkonfigurationen, mehr Beinfreiheit, LED-Beleuchtung und ein neues Audio-Video-System. Die wichtigste Änderung lag im Cockpit: Der XR nutzt Rockwell Collins Pro Line 21, während der ursprüngliche Learjet 60 mit Pro Line 4 ausgestattet war.
Bei Flugeigenschaften und Leistung sind die beiden Varianten laut Transport Canada identisch; auch die Typenberechtigung LR60 gilt für beide. Für Käufer oder Betreiber ist der Unterschied trotzdem relevant, weil Cockpit- und Kabinenausstattung den Bedienkomfort, den Schulungsbedarf und die Eignung für den vorgesehenen Einsatz beeinflussen. Beim Vergleich sollte daher die konkrete Seriennummer und Installation betrachtet werden, statt allein auf die Bezeichnung „60“ oder „60XR“ zu achten.
Worauf sollte man bei einem gebrauchten Exemplar achten?
Bombardier beendete die Learjet-Produktion; im Finanzbericht für 2022 steht, dass das letzte Learjet-Flugzeug im ersten Quartal 2022 ausgeliefert wurde. Ein Learjet 60 wird deshalb als gebrauchtes Flugzeug beurteilt. Der Zustand eines einzelnen Exemplars lässt sich aus einer Modellbeschreibung nicht ableiten.
- Seriennummer und genaue Variante feststellen; beim XR ist die Seriennummer besonders hilfreich.
- Wartungs- und Reparaturunterlagen, Inspektionsstatus sowie Betriebsstunden und Zyklen von Flugzeug und Triebwerken prüfen lassen.
- Avionik, Kabinenlayout, Sitzplatzzulassung und Gepäckkapazität mit dem konkreten Bedarf abgleichen.
- Reichweite für die geplante Strecke mit Passagieren, Gepäck, Wetter und Kraftstoffreserven neu berechnen lassen.
Damit lässt sich der Learjet 60 sachlich einordnen: Er punktet mit hoher Geschwindigkeit, großer Betriebshöhe und einer vielseitig nutzbaren Kabine, bietet aber nicht den Raum eines großen Langstreckenjets. Der 60XR modernisiert vor allem Innenraum und Cockpit. Für die Auswahl eines bestimmten Flugzeugs sind seine Unterlagen, Konfiguration und sein Wartungszustand entscheidend; Suchbegriffe allein verraten keinen konkreten aktuellen Anlass.