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Führerschein in Deutschland: Schritte bis zur Prüfung – Stand 5. November 2026
Führerschein in Deutschland: Schritte bis zur Prüfung – Stand 5. November 2026
Geprüft am 5. November 2026 um 02:34 Uhr in Berlin, Mitteleuropäische Zeit (MEZ, UTC+01:00; 01:34 Uhr UTC).
Wer 2026 in Deutschland den Pkw-Führerschein der Klasse B machen möchte, muss weiterhin eine Fahrschule besuchen, den Führerschein bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde beantragen, einen Sehtest und eine Erste-Hilfe-Schulung nachweisen sowie Theorie- und Praxisprüfung bestehen. Beim ersten Erwerb gehören mindestens 14 Theorie-Doppelstunden und zwölf besondere Ausbildungsfahrten zur Ausbildung. Die geplante Reform für einen günstigeren Führerschein ist noch keine pauschale Befreiung von diesen Pflichten.
Wichtig für alle, die ihre Ausbildung jetzt planen: Die Reihenfolge lässt sich sinnvoll organisieren, aber die behördliche Bearbeitung und die Zahl der normalen Übungsfahrten unterscheiden sich von Person zu Person. Nachfolgend stehen die aktuell geltenden Schritte für die Klasse B beim Ersterwerb im Mittelpunkt; bei einer Erweiterung oder bei anderen Klassen gelten teils andere Regeln.
Destaques
Start: Fahrschule auswählen, Antrag vorbereiten und Ausweis, Lichtbild, Sehtest sowie Erste-Hilfe-Nachweis zusammenstellen.
Theorie: Beim Ersterwerb sind zwölf Doppelstunden Grundstoff und zwei Doppelstunden Zusatzstoff für Klasse B vorgeschrieben.
Praxis: Neben individuell nötigen Übungsfahrten sind fünf Überland-, vier Autobahn- und drei Fahrten bei Dämmerung oder Dunkelheit vorgesehen, jeweils 45 Minuten.
Prüfungen: Zuerst Theorie bestehen, danach Praxis; angekündigte Reformen für 2027 sind von bereits gültigen Vorschriften zu unterscheiden.
Wie läuft der Weg zum Führerschein der Klasse B ab?
Der typische Ablauf umfasst sieben Stationen. Theorieunterricht, Antragstellung und erste praktische Fahrstunden können sich zeitlich überschneiden. Ob die Prüfungsstelle einen Termin vergeben kann, hängt jedoch unter anderem davon ab, ob die Fahrerlaubnisbehörde den Prüfauftrag bearbeitet und die Fahrschule den Ausbildungsabschluss bestätigt hat.
Eine zugelassene Fahrschule auswählen und den Ausbildungsvertrag sowie die einzelnen Preise prüfen.
Erste-Hilfe-Schulung, Sehtest und Lichtbild erledigen.
Den Antrag auf die Fahrerlaubnis der Klasse B bei der zuständigen Behörde stellen, gegebenenfalls über die Fahrschule.
Den vorgeschriebenen Theorieunterricht absolvieren und selbstständig mit dem aktuellen Fragenkatalog lernen.
Praktische Grundausbildung und besondere Ausbildungsfahrten durchführen.
Die theoretische Prüfung bestehen und danach die praktische Prüfung ablegen.
Nach bestandener Prüfung die Fahrerlaubnis beziehungsweise bei BF17 die Prüfungsbescheinigung nach behördlichem Verfahren erhalten.
Welche Unterlagen braucht man für den Führerscheinantrag?
Für die Ersterteilung der Klasse B verlangen Behörden grundsätzlich einen Identitätsnachweis, ein geeignetes aktuelles Lichtbild, einen Sehtestnachweis und eine Bescheinigung über die Schulung in Erster Hilfe. Je nach örtlicher Fahrerlaubnisbehörde und persönlichem Fall sind weitere Angaben oder Unterlagen nötig. Die Informationen des Bundesportals für Klasse B werden nach Auswahl der Region konkretisiert.
Identität: Personalausweis oder Reisepass; beim Pass kann ein ergänzender Wohnsitznachweis verlangt werden.
Passbild: Ein Lichtbild entsprechend den behördlichen Vorgaben.
Sehtest: Für Klasse B ein Nachweis von einer anerkannten Stelle; die Bescheinigung darf bei der Antragstellung grundsätzlich nicht älter als zwei Jahre sein.
Erste Hilfe: Üblicher Lehrgang mit neun Unterrichtseinheiten; den Teilnahmebeleg aufbewahren.
BF17: Zusätzlich die erforderlichen Zustimmungen und Angaben zu den Begleitpersonen.
Nach § 21 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) kann der Antrag frühestens sechs Monate vor Erreichen des Mindestalters gestellt werden. Es lohnt sich, die Unterlagen nicht erst kurz vor der Theorieprüfung einzureichen, damit eine längere Bearbeitungszeit nicht die geplante Prüfung verschiebt.
Ab welchem Alter darf man den Führerschein machen?
Die reguläre Klasse B kann ab 18 Jahren erteilt werden. Beim „Begleiteten Fahren ab 17“ (BF17) ist die Teilnahme unter den dafür geltenden Bedingungen schon ab 17 Jahren möglich. Dafür müssen bis zum 18. Geburtstag die vorgeschriebenen, namentlich eingetragenen Begleitpersonen mitfahren. Eine BF17-Prüfungsbescheinigung ist nicht einfach ein regulärer Kartenführerschein ohne Begleitpflicht.
Die theoretische Prüfung ist frühestens drei Monate, die praktische frühestens einen Monat vor Erreichen des jeweiligen Mindestalters zulässig. Diese Fristen gelten auch für BF17 bezogen auf den 17. Geburtstag. Die Bedingungen und das Verfahren erläutert das Bundesministerium für Verkehr zum begleiteten Fahren.
Wie viele Theoriestunden sind für Klasse B Pflicht?
Beim erstmaligen Führerscheinerwerb sind insgesamt 14 Doppelstunden zu jeweils 90 Minuten erforderlich: zwölf Doppelstunden allgemeiner Grundstoff und zwei Doppelstunden Zusatzstoff für den Pkw. Wer bereits eine Fahrerlaubnis besitzt und eine Klasse erweitert, hat beim Grundstoff grundsätzlich eine reduzierte Mindestdauer von sechs Doppelstunden; welche Ausbildung insgesamt nötig ist, muss für den Einzelfall geprüft werden.
Der Unterricht behandelt etwa Vorfahrt, Verkehrszeichen, Gefahrenerkennung, umweltbewusstes Fahren sowie fahrzeugspezifische Regeln. Das bloße Durchklicken einer Lern-App ersetzt derzeit nicht automatisch die vorgeschriebene Unterrichtsteilnahme. Maßgeblich sind § 4 Fahrschüler-Ausbildungsordnung und Anlage 2.8.
Wie viele Fahrstunden muss man bis zur praktischen Prüfung machen?
Eine bundesweit vorgeschriebene feste Mindestzahl normaler Übungsfahrstunden gibt es für Klasse B nicht. Die Fahrschule muss so lange ausbilden, bis sich das Fahrzeug im Verkehr sicher und selbstständig beherrschen lässt. Zusätzlich schreibt die derzeitige Ausbildung zwölf besondere Fahrten zu jeweils 45 Minuten vor:
Besondere Ausbildungsfahrt
Pflichtumfang
Überlandfahrt auf Bundes- oder Landstraßen
5 × 45 Minuten
Autobahn- oder Kraftfahrstraßenfahrt
4 × 45 Minuten
Fahrt bei Dämmerung oder Dunkelheit
3 × 45 Minuten
Gesamt
12 × 45 Minuten
Die praktische Grundausbildung umfasst unter anderem Anfahren, Abbiegen, Fahrstreifenwechsel, Beobachten von Radfahrern und Fußgängern, Parken und vorausschauendes Handeln. Erst wenn die Fähigkeiten zuverlässig sitzen, sollte die Prüfung angesetzt werden. Der rechtliche Rahmen steht in § 5 Fahrschüler-Ausbildungsordnung und dessen Anlage 4.
Symbolbild: Eine Fahrschülerin trainiert mit ihrem Fahrlehrer das Beobachten des Straßenverkehrs. Die Szene zeigt keine konkrete Führerscheinprüfung.
Wie läuft die theoretische Führerscheinprüfung ab?
Die Theorieprüfung beim Ersterwerb von Klasse B umfasst 30 Fragen, darunter Fragen zum Grundstoff und zu den Besonderheiten des Pkw-Fahrens. Jede falsch beantwortete Frage zählt je nach Schwierigkeit zwei bis fünf Fehlerpunkte. In der Regel sind maximal zehn Fehlerpunkte erlaubt. Zwei falsch beantwortete Fragen mit jeweils fünf Punkten führen aber selbst bei insgesamt zehn Fehlerpunkten zum Nichtbestehen.
Die Prüfung findet computergestützt bei der zuständigen Prüforganisation statt. Mitbringen sollte man das vorgeschriebene Ausweisdokument und die vom Prüfzentrum beziehungsweise von der Fahrschule angekündigten Unterlagen. Wer besteht, kann anschließend zur praktischen Prüfung zugelassen werden, sofern auch die übrigen Voraussetzungen vorliegen. Details sind in Anlage 7 der FeV und beim TÜV NORD zur Theorieprüfung beschrieben.
Bei Nichtbestehen muss die Theorieprüfung erneut vollständig abgelegt werden. Die Wiederholung ist nach § 18 FeV normalerweise frühestens nach zwei Wochen möglich. Eine neue Prüfung kann weitere Gebühren verursachen.
Was passiert in der praktischen Führerscheinprüfung?
Die praktische Prüfung der Klasse B dauert nach dem geltenden Regelwerk mindestens 55 Minuten insgesamt. Darin sind mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit vorgesehen; hinzu kommen etwa Fahrzeugkontrolle, Grundfahraufgaben, Vorbereitung und Ergebnisgespräch. Erwartet werden sichere Entscheidungen im realen Verkehr, etwa an Kreuzungen, beim Abbiegen, Einfädeln und Einparken. Der Fahrlehrer begleitet die Prüfungsfahrt, die Bewertung übernimmt der Prüfer.
Die praktische Prüfung kann nur nach bestandener Theorie stattfinden. Zwischen bestandener Theorie und praktischer Prüfung dürfen höchstens zwölf Monate liegen; danach verliert die bestandene Theorieprüfung ihre Gültigkeit. Wer die praktische Prüfung nicht besteht, benötigt vor der Wiederholung gegebenenfalls weitere Fahrstunden. Die Regeln zur Frist stehen in § 18 FeV.
Automatik oder Schaltung: Was bedeutet die Schlüsselzahl B197?
Wer die Prüfung mit einem Automatikauto machen möchte, kann mit der sogenannten B197-Regelung unter bestimmten Voraussetzungen auch die Berechtigung zum Fahren von Schaltwagen erhalten. Dafür sind mindestens zehn praktische Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten auf einem Schaltwagen und eine mindestens 15-minütige Überprüfungsfahrt mit dem Fahrlehrer nachzuweisen. Das ist nicht mit einer zusätzlichen amtlichen praktischen Prüfung gleichzusetzen. Die Einzelheiten stehen in § 5a Fahrschüler-Ausbildungsordnung.
Wer ausschließlich auf Automatik ohne den erforderlichen Schaltkompetenznachweis ausgebildet und geprüft wird, muss mit der entsprechenden Automatikbeschränkung rechnen. Vor Vertragsabschluss ist deshalb die Frage „B, B197 oder Automatik mit Beschränkung?“ wichtig.
Wie viel kostet der Führerschein 2026 in Deutschland?
Es gibt keinen einheitlichen Endpreis. Die Fahrschulen kalkulieren Grundbetrag, Lernmaterial, normale und besondere Fahrstunden sowie die Vorstellung zu Prüfungen unterschiedlich; hinzu kommen behördliche Gebühren und Gebühren der Prüforganisation. Das Bundesministerium für Verkehr nannte im Mai 2026 einen durchschnittlichen Preis von rund 3.400 Euro für Klasse B. Dieser Wert ist keine Preisgarantie und kein verbindlicher Tarif.
Für eine persönliche Rechnung sollte man sich von mehreren Fahrschulen ein schriftliches Preisverzeichnis geben lassen und dabei nicht nur die Anmeldegebühr, sondern auch die Preise für Übungsfahrten, Sonderfahrten und eine mögliche erneute Prüfung vergleichen. Wer wegen fehlender Routine zusätzliche Übungsstunden benötigt, muss mit entsprechend höheren Gesamtkosten rechnen.
Wird der Führerschein durch die Reform ab 2027 einfacher oder günstiger?
Die Bundesregierung hat im Mai 2026 einen Gesetzentwurf für eine modernere und günstigere Fahrschulausbildung auf den Weg gebracht. Vorgesehen sind unter anderem mehr digitale Lernmöglichkeiten, weniger Bürokratie und Änderungen bei den vorgeschriebenen Ausbildungsfahrten sowie bei der Prüfungsdauer. Die Regierung hatte einen möglichen Beginn Anfang 2027 genannt, ausdrücklich abhängig vom weiteren Gesetzgebungsverfahren.
Entscheidend ist der Unterschied zwischen geplant und geltend: Bis neue Regeln tatsächlich in Kraft treten, gelten die hier beschriebenen Anforderungen. Auch mögliche Ersparnisse von mehreren Hundert Euro sind keine zugesicherten Rabatte. Weitere Angaben bietet die Pressemitteilung des Bundesministeriums vom 20. Mai 2026. Wer bereits eine Ausbildung beginnt, sollte bei seiner Fahrschule nachfragen, wie spätere Übergangsregelungen gegebenenfalls angewandt werden.
Welche Checkliste hilft vor der Prüfungsanmeldung?
Ist der behördliche Fahrerlaubnisantrag vollständig und bearbeitet?
Liegen Sehtest, Erste-Hilfe-Nachweis und alle Identitätsunterlagen vor?
Sind die vorgeschriebenen Theorieeinheiten dokumentiert und die Übungsfragen sicher beherrscht?
Sind alle zwölf besonderen Ausbildungsfahrten und ausreichend normale Übungsfahrten absolviert?
Hat die Fahrschule die notwendige Prüfungsreife bestätigt?
Sind Ausweis, Uhrzeit, Prüfungsort und zu zahlende Gebühren mit der Fahrschule abgestimmt?
Die konkreten Wartezeiten hängen von Fahrschule, Behörde und regionalem Prüfterminangebot ab. Eine garantierte Gesamtdauer bis zum Führerschein lässt sich daraus nicht ableiten.
FAQ zum Führerschein in Deutschland
Kann ich die Theorieprüfung vor dem 18. Geburtstag machen?
Ja. Bei der regulären Klasse B ist sie frühestens drei Monate vor dem 18. Geburtstag zulässig; bei BF17 drei Monate vor dem 17. Geburtstag.
Sind zwölf Fahrstunden insgesamt genug für Klasse B?
Nein. Die zwölf vorgeschriebenen Sonderfahrten kommen zu den normalen Übungsfahrten hinzu, deren Zahl sich nach dem individuellen Ausbildungsstand richtet.
Kann ich nach bestandener Theorie sofort die praktische Prüfung ablegen?
Nur wenn auch die praktische Ausbildung abgeschlossen ist, die Fahrschule die Prüfungsreife bestätigt, der behördliche Prüfauftrag vorliegt und ein Termin verfügbar ist. Die bestandene Theorieprüfung gilt dafür höchstens zwölf Monate.