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Unternehmen an vorderster Front im Kampf gegen den Klimawandel: Sechs Modelle unternehmerischen Klimaschutzes im Jahr 2026
Unternehmen an vorderster Front im Kampf gegen den Klimawandel: Sechs Modelle unternehmerischen Klimaschutzes im Jahr 2026
Die Klimaführerschaft von Unternehmen lässt sich schwieriger beurteilen als ein Slogan, ein Netto-Null-Datum oder der Kauf großer Mengen erneuerbarer Energien. Unternehmen sind in unterschiedlichen Branchen tätig, haben Einfluss auf verschiedene Aspekte ihrer Emissionen und stehen vor sehr unterschiedlichen technischen Herausforderungen. Ein Softwareunternehmen, eine Reederei und ein Entwickler erneuerbarer Energien sollten nicht anhand einer einzigen, simplen Kennzahl bewertet werden.
Ab September 2026 ist folgende Frage relevanter: Welches Klimaproblem löst jedes Unternehmen konkret, welche messbaren Fortschritte wurden erzielt und welche Zielkonflikte bestehen weiterhin? Die sechs unten aufgeführten Unternehmen stellen keine endgültige globale Rangliste dar. Sie sind ausgewählte Beispiele für unterschiedliche Ansätze, die einen Vergleich ermöglichen.
Windkraftanlagen im Versorgungsmaßstab stellen eines der wichtigsten Instrumente dar, mit denen Unternehmen die strombezogenen Emissionen senken und eine umfassendere Dekarbonisierung des Stromnetzes unterstützen.
Zuerst sollten Sie wissen, was die Zahlen bedeuten.
Die Treibhausgasinventare von Unternehmen werden üblicherweise in drei Kategorien unterteilt. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus unternehmenseigenen oder -kontrollierten Anlagen. Scope 2 umfasst indirekte Emissionen aus dem Bezug von Strom, Dampf, Heizung oder Kühlung. Scope 3 umfasst sonstige Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, wie beispielsweise Materialeinkäufe, Logistik, Geschäftsreisen, Lieferanten oder die Nutzung verkaufter Produkte. Das Treibhausgasprotokoll bildet den wichtigsten Bezugsrahmen für diese Definitionen.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da ein Unternehmen zwar beeindruckende Fortschritte in seinen Büros und Rechenzentren erzielen kann, der größte Teil seines ökologischen Fußabdrucks jedoch weiterhin in der Produktion, der Kundennutzung, dem Kraftstoffverbrauch, den Baumaterialien oder bei Zulieferern entsteht. Sie ist auch deshalb wichtig, weil vermiedene Emissionen nicht mit einer Reduzierung des eigenen Emissionsbestands eines Unternehmens gleichzusetzen sind. Schätzungen vermiedener Emissionen vergleichen ein reales Ergebnis mit einem hypothetischen Szenario und können zwar nützlich sein, sollten aber getrennt von den Gesamtwerten für Scope 1, 2 und 3 betrachtet werden.
Ein kurzer Vergleich von sechs Klimaschutzmodellen
Unternehmen
Wo seine Klimaargumentation am stärksten ist
Zuletzt offengelegtes Signal
Wichtigster Kompromiss, den es zu beachten gilt
Ørsted
Umwandlung eines stark auf fossile Brennstoffe basierenden Energieversorgers in ein Unternehmen für erneuerbare Energien
99 % erneuerbare Energieerzeugung im Jahr 2025; Emissionsintensität der Bereiche 1 und 2 um mehr als 98 % gegenüber 2006 gesunken
Der Bereich 3 bleibt weiterhin umfangreich, insbesondere die Bereiche Materialwirtschaft, Bauwesen, Transport und Wertschöpfungskettenaktivitäten.
Apple
Emissionsreduzierungen durch Produktdesign und eine globale Fertigungslieferkette
Die Emissionen im Jahr 2025 lagen weiterhin mehr als 60 % unter dem Basiswert von 2015.
Fertigung und Produktnutzung dominieren weiterhin den CO₂-Fußabdruck; die endgültige Lücke bis 2030 zu schließen, ist schwieriger als die anfänglichen Reduzierungen.
Google
Groß angelegte Beschaffung sauberer Energie und klimabezogene digitale Produkte
Mehr als 12 GW an neu installierter sauberer Energie wurden bis 2025 vertraglich gesichert.
KI und das Wachstum von Rechenzentren erhöhen den Strombedarf; vermiedene Emissionen sind nicht dasselbe wie Bestandsreduzierungen.
Microsoft
Aufbau von Märkten für CO2-Entfernung und CO2-freien Strom
100 % des weltweiten Jahresstromverbrauchs im Geschäftsjahr 2025 durch erneuerbare Energien decken
Die gesamten Scope-1- bis Scope-3-Emissionen stiegen im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 25 %, bedingt durch den Ausbau von Rechenzentren und Änderungen in der Rechnungslegung.
Schneider Electric
Wir helfen Industrie- und Gewerbekunden, weniger Energie zu verbrauchen und zu elektrifizieren.
862 Millionen Tonnen eingesparter und vermiedener Kundenemissionen seit 2018
Die vom Kunden vermiedenen Emissionen sind methodenabhängig und sollten nicht mit Schneiders eigenem CO₂-Fußabdruck verrechnet werden.
Maersk
Der Versuch, ein schwer zu dekarbonisierendes globales Schifffahrtssystem zu dekarbonisieren
10 neue Methanol-Dual-Fuel-Schiffe wurden im Jahr 2025 in Betrieb genommen; 640 Treibstoffsparmaßnahmen auf 380 Schiffen
Die Gesamtemissionen stiegen im Jahr 2025 um 2 %, was verdeutlicht, wie schwierig die Brennstoff- und Routenbeschränkungen weiterhin sind.
Ørsted: die deutlichste Transformation des Geschäftsmodells
Ørsted hebt sich dadurch hervor, dass es in seiner Klimastrategie nicht primär darum geht, ein bestehendes, stark auf fossilen Brennstoffen basierendes Geschäft etwas effizienter zu gestalten. Der dänische Energiekonzern hat jahrelang den Ausstieg aus der Kohle zugunsten von Offshore-Windkraft und anderen erneuerbaren Energien vorangetrieben. In seinem jüngsten Jahresbericht gab Ørsted bekannt, dass erneuerbare Energien im Jahr 2025 99 % seiner Stromerzeugung ausmachen und die Emissionsintensität der Bereiche 1 und 2 gegenüber dem Basisjahr 2006 um mehr als 98 % gesunken ist. Der Jahresbericht 2025 weist zudem eine installierte Kapazität von 18,5 GW an erneuerbaren Energien aus.
Der Kompromiss besteht darin, dass die operative Dekarbonisierung den CO₂-Fußabdruck des Aufbaus erneuerbarer Infrastruktur nicht beseitigt. Ørsted meldete für 2025 Scope-3-Emissionen in Höhe von 8,8 Millionen Tonnen. Zu den wichtigsten Quellen zählen Investitionsgüter, Brennstoff- und Energieaktivitäten, die Nutzung verkaufter Produkte, Stahl, Schifffahrt, Kupfer und andere Inputfaktoren der Lieferkette. Damit ist Ørsted ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das einen Teil des Problems weitgehend gelöst hat und sich nun der schwierigeren Wertschöpfungskette widmet. Siehe Ørsteds Jahresbericht 2025 und den Dekarbonisierungsfahrplan .
Die beste Vergleichslinse: Wählen Sie Ørsted, wenn Sie beurteilen möchten, ob ein Unternehmen tatsächlich verändert hat, was es verkauft und herstellt, und nicht nur, wie effizient es seine Zentrale führt.
Apple: Ein starker Test für die Dekarbonisierung der Lieferkette
Apples Klimaherausforderung ist ganz anders. Die eigenen Büros und Läden machen nur einen kleinen Teil des gesamten CO₂-Fußabdrucks aus; Produktherstellung, Materialien, Logistik und Produktnutzung spielen eine weitaus größere Rolle. Laut Apples Umweltfortschrittsbericht 2026 lagen die Treibhausgasemissionen des Unternehmens im Jahr 2025 mehr als 60 % unter dem Niveau von 2015, obwohl der Umsatz im gleichen Zeitraum um 78 % gestiegen war. Die Strategie des Unternehmens für 2030 sieht vor, die Emissionen um 75 % gegenüber dem Basisjahr 2015 zu reduzieren und die verbleibenden Emissionen anschließend durch CO₂-Entnahme auszugleichen.
Der Bericht zeigt, warum dies schwierig ist: Die Produktherstellung machte 2025 53 % des gesamten CO₂-Fußabdrucks von Apple aus, die Produktnutzung 27 % und der Produkttransport 16 %. Das bedeutet, dass der Stromverbrauch der Zulieferer, kohlenstoffarme Materialien, Halbleiterprozesse, der Versand und der Energieverbrauch der Geräte entscheidend dafür sind, ob das Ziel erreicht wird. Apple gab außerdem bekannt, dass sein Programm für saubere Energie bei Zulieferern im Jahr 2025 mehr als 38 Millionen Megawattstunden erzeugt hat.
Der Kompromiss liegt in der verbleibenden Lücke. Ein Unternehmen kann durch die Umstellung des Stromanbieters, die Verbesserung der Materialien und die Anpassung der Lieferantenpraktiken zunächst große Einsparungen erzielen, doch die verbleibenden Emissionen sind oft die technisch und wirtschaftlich schwierigsten zu bewältigen. Apples Fortschritte eignen sich daher am besten als Fallbeispiel dafür, wie viel Einfluss ein Großabnehmer auf ein Produktionsökosystem ausüben kann. Lesen Sie den Apple-Umweltfortschrittsbericht 2026 .
Der beste Vergleichsmaßstab ist Apple, wenn Ihnen die Emissionen über den gesamten Produktlebenszyklus, die Verhandlungsmacht der Zulieferer, recycelte Materialien und die Art und Weise, wie eine Verbrauchermarke ihre Kaufkraft in Veränderungen der Produktion umsetzt, wichtig sind.
Google: Skaleneffekte für saubere Energie und klimafreundliche Produkte
Laut Googles Umweltbericht 2026 hat das Unternehmen 2025 mehr als 12 GW an neuer sauberer Energie bezogen – die höchste jemals erzielte jährliche Beschaffungssumme. Zudem wurden durch Maßnahmen wie Hardware-, Software- und Recheneffizienz sowie die Beschaffung sauberer Energie mehr als 58 Millionen Tonnen Emissionen im gesamten Unternehmen und entlang der Lieferkette vermieden. Google schätzt außerdem, dass neun Produkte und Dienstleistungen 2025 Emissionsreduktionen von 41 Millionen Tonnen für Nutzer, Städte und Partner ermöglicht haben.
Diese Zahlen verdeutlichen zwar das Ausmaß, bedürfen aber einer sorgfältigen Interpretation. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass die vermiedenen Emissionen anhand von Szenarien berechnet wurden, in denen bestimmte Maßnahmen nicht ergriffen wurden. Sie sind nicht mit der eigenen Treibhausgasbilanz des Unternehmens gleichzusetzen. Derselbe Bericht beschreibt schnelles Wachstum und Umweltschutz als Spannungsverhältnis, was insbesondere angesichts des steigenden Strombedarfs von Rechenzentren durch KI-Workloads relevant ist.
Google ist daher ein gutes Beispiel für zwei parallel verfolgte Klimastrategien: die Reduzierung der Umweltauswirkungen der eigenen IT-Infrastruktur und der Einsatz von Produkten wie Routing-Tools, Thermostaten, Solaranalyse-Software und Netztools, um Emissionen außerhalb des Unternehmens zu beeinflussen. Siehe den Google-Umweltbericht 2026 .
Der beste Vergleichsmaßstab: Wählen Sie Google, wenn Sie untersuchen möchten, ob digitale Unternehmen die schnell wachsende Nachfrage nach Rechenleistung mit großen Investitionen in saubere Energie, Effizienzsteigerungen und kundenorientierten Klimatools verbinden können.
Microsoft: Ambitionierter Marktausbau, aber eine sichtbare Herausforderung im Zeitalter der KI-Emissionen
Microsoft ist eines der aufschlussreichsten Unternehmen, da sowohl seine Fortschritte als auch seine Rückschläge ungewöhnlich transparent sind. Im Geschäftsjahr 2025 deckte Microsoft seinen gesamten weltweiten Stromverbrauch mit erneuerbaren Energien. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, seit 2020 Verträge über 40 GW neuer erneuerbarer Energien abgeschlossen und 29,8 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen kompensiert zu haben.
Gleichzeitig gab Microsoft bekannt, dass die gesamten Emissionen der Bereiche 1, 2 und 3 im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 25 % gestiegen sind. Das Unternehmen führte diesen Anstieg hauptsächlich auf den Ausbau seiner Rechenzentren und die Aussetzung der Verwendung nicht zusätzlicher, entbündelter Zertifikate für erneuerbare Energien zurück, während Investitionen in die Einspeisung von CO₂-freiem Strom in die Stromnetze priorisiert wurden. Der Bereich 3 blieb der größte Anteil der Emissionen, während der Anteil des Bereichs 2 an den gemeldeten Emissionen deutlich anstieg.
Dies ist ein wichtiger Kompromiss und keine Randnotiz. Jährliche Zuschüsse für erneuerbare Energien bedeuten nicht, dass jedes Rechenzentrum stündlich mit CO₂-freiem Strom betrieben wird. Und Investitionen in die CO₂-Entfernung ersetzen nicht die Notwendigkeit, zunächst die Bruttoemissionen zu reduzieren. Microsofts Klimastrategie ist am überzeugendsten, wenn das Unternehmen durch langfristige Beschaffung Märkte für erneuerbare Energien, CO₂-arme Materialien und nachhaltige CO₂-Entfernung fördert – doch das Wachstum seiner KI-Infrastruktur erschwert das Ziel der Klimaneutralität bis 2030 erheblich. Siehe dazu den Überblick im Umweltbericht 2026 von Microsoft .
Die beste Vergleichsmöglichkeit: Wählen Sie Microsoft, wenn Ihnen die Entwicklung des Marktes für CO2-Entfernung, die Beschaffung sauberer Energie für Unternehmen und die reale Spannung zwischen dem Wachstum von KI und den Klimazielen am Herzen liegen.
Schneider Electric: Klimaauswirkungen durch Kunden und Lieferanten
Schneider Electric unterscheidet sich erneut, da das Unternehmen Energiemanagement-, Automatisierungs-, Elektrifizierungs- und Effizienztechnologien vertreibt. Seit 2018 hat das Unternehmen durch seine Lösungen und Dienstleistungen kumulativ 862 Millionen Tonnen Kundenemissionen eingespart bzw. vermieden. Zudem gab es bekannt, dass die marktbezogenen Scope-1- und Scope-2-Emissionen von 2021 bis 2025 um 57 % und die Scope-3-Emissionen im gleichen Zeitraum um 12 % gesunken sind.
Das Interessanteste an Schneiders Argumentation ist der Hebeleffekt. Wenn eine Fabrik, ein Rechenzentrum, ein Gebäude oder ein Energieversorger dank Steuerungen, Antrieben, Software oder Elektrifizierungsanlagen weniger Energie verbraucht, kann der Klimaeffekt größer sein als Schneiders direkter CO₂-Fußabdruck. Das Unternehmen gibt außerdem an, dass die Emissionen seiner 1.000 wichtigsten Zulieferer durch das „Zero Carbon Project“ deutlich gesunken sind.
Die von Kunden eingesparten und vermiedenen Emissionen sollten jedoch als separate Leistungskategorie behandelt und nicht von den eigenen Emissionen von Schneider abgezogen werden. Die verwendeten Methoden basieren auf Annahmen zu Produktlebensdauern, Energieeinsparungen, Basistechnologien und der zukünftigen CO₂-Intensität des Stromnetzes. Schneider räumt in seinen eigenen Angaben ein, dass die Scope-3-Emissionen weiterhin deutlich höher sind als die direkten betrieblichen Emissionen. Siehe die ESG-Strategie und die Klimaberichterstattung von Schneider Electric .
Beste Vergleichsgrundlage: Wählen Sie Schneider Electric, wenn Sie Unternehmen bewerten möchten, deren wichtigster Beitrag zum Klimaschutz darin besteht, andere Unternehmen bei der Elektrifizierung und Verbesserung der Energieeffizienz zu unterstützen.
Maersk: Führungsrolle in einem Sektor, in dem es keine einfachen Optionen gibt
Die Schifffahrt eignet sich hervorragend als Stresstest für die Klimabilanz von Unternehmen, da große Seeschiffe während der Ozeanüberquerung nicht einfach an das Stromnetz angeschlossen werden können. Maersks aktuelle Strategie kombiniert Effizienzsteigerung, Flottenmodernisierung, Elektrifizierung an Land und emissionsärmere Kraftstoffe. Im Jahr 2025 nahm das Unternehmen zehn neue Schiffe mit Dual-Fuel-Antrieb (Methanol) in Betrieb und setzte 640 Kraftstoffsparmaßnahmen auf 380 eigenen und gecharterten Schiffen um.
Dennoch stiegen die gesamten Treibhausgasemissionen von Maersk im Jahr 2025 um 2 % von 83,5 Millionen auf 85,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Die Emissionen des Bereichs 1 blieben nahezu konstant, die des Bereichs 2 sanken um 12 %, während die des Bereichs 3 zunahmen. Maersk nannte längere Routen um das Kap der Guten Hoffnung, ein verstärktes Luftfrachtaufkommen, den Verkauf von Treibstoff und Containern an Dritte sowie Flottenveränderungen als Gründe. Zu den Zielen für 2030 gehören eine absolute Reduzierung der Emissionen des Bereichs 1 um 35 %, die vollständige Deckung des Strombedarfs im Bereich 2 mit erneuerbaren Energien sowie eine absolute Reduzierung der Emissionen des Bereichs 3 um 22 % gegenüber dem Basisjahr 2022.
Genau deshalb verdienen schwer zu dekarbonisierende Sektoren eine andere Betrachtungsweise. Ein Schifffahrtsunternehmen, das neue Kraftstoffe testet, Schiffe umgestaltet, die Routeneffizienz verbessert und die Nachfrage nach emissionsärmeren Kraftstoffen steigert, leistet möglicherweise wichtige Vorarbeit für den Übergang, selbst wenn die absoluten Emissionen kurzfristig nicht jedes Jahr gleichmäßig sinken. Siehe Maersks Klimaleistungs- und Übergangsplan 2025 .
Der beste Vergleichsmaßstab: Wählen Sie Maersk, wenn es Ihnen darauf ankommt, ob Unternehmen sich den physischen und wirtschaftlichen Beschränkungen der Dekarbonisierung des Transportwesens stellen, anstatt sich auf relativ einfache Stromsubstitutionen zu verlassen.
Wie entscheidet man, welches Unternehmen wirklich führend ist?
Die Antwort hängt davon ab, was Sie lernen oder beeinflussen möchten. Ein Käufer, der einen Cloud-Anbieter auswählt, sollte besonders auf die Strombeschaffung, die Effizienz des Rechenzentrums, die stündliche CO₂-freie Energie und die transparente Berichterstattung zu Scope 3 achten. Ein Hersteller, der Lieferanten auswählt, sollte sich stärker für kohlenstoffarme Materialien, Prozessemissionen, Lieferantenziele und Daten zum Produktlebenszyklus interessieren. Ein Investor, der das Übergangsrisiko bewertet, sollte die absoluten Emissionstrends, die Kapitalallokation, die Glaubwürdigkeit der Ziele und die Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsmodells angesichts verschärfter CO₂-Vorschriften prüfen.
Wenn es Ihnen um die Veränderung des Kerngeschäftsmodells geht: Ørsted ist der aufschlussreichste Fall in dieser Gruppe.
Wenn Ihnen die Lieferketten der Unterhaltungselektronik am Herzen liegen: Apple liefert detaillierte Informationen zu Materialien, Lieferanten, Produktnutzung und Logistik.
Wenn Ihnen die Beschaffung sauberer Energie im digitalen Maßstab am Herzen liegt: Google und Microsoft bieten nützliche, aber unterschiedliche Modelle.
Wenn Ihnen die Ermöglichung der industriellen Dekarbonisierung am Herzen liegt: Schneider Electric zeigt, wie Ausrüstung und Software einen positiven Einfluss auf Kundenseite erzielen können.
Wenn Ihnen schwer zu reduzierende Transporte am Herzen liegen: Maersk ist gerade deshalb wertvoll, weil sein Fortschritt durch die Verfügbarkeit von Treibstoff, die Lebensdauer der Schiffe, die Infrastruktur und die Regulierung eingeschränkt wird.
Fünf Fehler, die Sie beim Vergleich von Aussagen zum Unternehmensklima vermeiden sollten
1. Die Behandlung eines Netto-Null-Ziels als Fortschrittsnachweis.
Ein Ziel ist eine Verpflichtung, kein Ergebnis. Achten Sie auf die absoluten Emissionswerte von Jahr zu Jahr, nicht nur auf ein fernes Versprechen für 2030 oder 2040.
2. Vergleich der Intensitätsreduktionen mit den absoluten Reduktionen
Die Emissionsintensität kann sich verbessern, während die Gesamtemissionen steigen, wenn ein Unternehmen schnell wächst. Beide Kennzahlen können nützlich sein, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
3. Ignorieren des Gültigkeitsbereichs 3
Für viele Technologie-, Konsumgüter-, Industrie- und Logistikunternehmen dominieren die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette den CO₂-Fußabdruck. Ein Unternehmen, das sich nur mit Büros und zugekauftem Strom befasst, vernachlässigt möglicherweise den größten Teil des Problems.
4. Kombination von vermiedenen Emissionen mit Bestandsreduzierungen
Schätzungen vermiedener Emissionen können die Wirkung von Produkten oder Maßnahmen aufzeigen, basieren aber in der Regel auf kontrafaktischen Berechnungen. Lesen Sie die Methodik und halten Sie diese Schätzungen von der Bilanzierung der Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen getrennt. Das Treibhausgasprotokoll bietet nun spezielle Leitlinien zur Schätzung und Berichterstattung vermiedener Emissionen .
5. Die Annahme, dass die Anpassung an erneuerbare Energien CO2-freie Energie pro Stunde bedeutet, wird berücksichtigt.
Die jährliche Beschaffung erneuerbarer Energien und der stündliche CO₂-freie Betrieb sind zwei unterschiedliche Aussagen. Ein Unternehmen kann zwar im Laufe eines Jahres genügend erneuerbare Energie kaufen, um den Jahresverbrauch zu decken, bezieht aber gleichzeitig zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten weiterhin Strom aus stark auf fossile Energieträger basierenden Netzen.
Fazit
Kein Unternehmen in diesem Vergleich geht als „Sieger“ im Bereich Klimaschutz hervor. Ørsted liefert ein eindrucksvolles Beispiel für die Transformation eines Geschäftsmodells. Apple demonstriert nachhaltigen Druck auf eine globale Produktionslieferkette. Google kombiniert den umfangreichen Einkauf von sauberem Strom mit klimarelevanten digitalen Produkten. Microsoft versucht, Märkte für sauberen Strom und CO₂-Entfernung aufzubauen und gleichzeitig dem rasant steigenden Bedarf an KI-Infrastruktur gerecht zu werden. Schneider Electrics größter Beitrag liegt möglicherweise in den Emissionen, die seine Kunden durch Elektrifizierung und Effizienzsteigerung vermeiden können. Maersk zeigt, wie der Übergang aussieht, wenn kohlenstoffarme Alternativen knapp, teuer und infrastrukturabhängig bleiben.
Die glaubwürdigsten Vorreiter im Klimaschutz sind nicht unbedingt die Unternehmen mit den spektakulärsten Schlagzeilen. Sie sind diejenigen, die die schwierigen Zahlen offenlegen, zwischen Emissionsreduktionen, Emissionsentfernungen und vermiedenen Emissionen unterscheiden, in physische Veränderungen ihrer Betriebsabläufe und Lieferketten investieren und ihre Pläne kontinuierlich anpassen, wenn Wachstum oder technologische Entwicklungen den ursprünglichen Weg erschweren.