Die Aurora Australis, auch bekannt als Südlichter, kann als schwacher Bogen nahe dem Horizont oder als sich bewegende Schleier am Himmel erscheinen. Um sie zu sehen, braucht man mehr als nur eine zuverlässige Weltraumwettervorhersage: Dunkelheit, freie Sicht nach Süden und wolkenloses Wetter sind ebenfalls erforderlich. Beim Fotografieren hat man die Wahl: Eine Kamera bietet mehr Kontrolle, während ein Smartphone leichter und einfacher zu bedienen, aber weniger flexibel ist.
Dieser Leitfaden vergleicht die verschiedenen Optionen, damit Sie die für Ihren Standort, Ihre Ausrüstung und Ihre Wartezeit passende Methode auswählen können. Keine Vorhersage und keine Kameraeinstellung kann eine Sichtung garantieren. Die NOAA erklärt, dass ihr Kurzzeit-Aurora-Produkt die Position und Intensität der Aurora schätzt, die tatsächliche Sichtbarkeit jedoch auch von den örtlichen Gegebenheiten und der Dunkelheit abhängt.
Wo kann man die Südlichter am besten sehen?
Beginnen Sie im südlichen Teil der Südhalbkugel und wählen Sie einen Ort mit freiem Blick nach Süden. Tasmanien und die Südinsel Neuseelands sind für viele Reisende, die diese Regionen ohnehin besuchen möchten, praktische Optionen. Abgelegenere südlichere Orte bieten zwar einen dunkleren Himmel, ihre Anreise kann jedoch mehr Geld, Zeit und Vorbereitung erfordern. Eine Antarktisreise führt Sie zwar in sehr hohe südliche Breitengrade, ist aber eher eine spezialisierte Expedition als ein einfacher Ausflug zur Sternenbeobachtung.
Es gilt, zwischen Erreichbarkeit und Dunkelheit abzuwägen. Eine Stadt bietet zwar günstige Übernachtungsmöglichkeiten und ist gut mit dem öffentlichen Nahverkehr verbunden, doch die künstliche Beleuchtung kann ein schwaches Naturschauspiel überstrahlen. Ein abgelegener Strand, eine Landzunge oder ein offenes Feld können die Sicht verbessern, aber nur, wenn sie legal zugänglich und nachts sicher zu erreichen sind. Wählen Sie einen bekannten öffentlichen Ort mit freiem Blick nach Süden, informieren Sie sich vor Ihrer Abreise über die Zugangsbestimmungen und betreten Sie nachts keine instabilen Klippen oder unbekannten Küstenabschnitte.
Laut den Beobachtungshinweisen der NOAA treten Polarlichter in einem ovalen Bereich um die magnetischen Pole auf. Unter den richtigen Bedingungen kann ein helles Polarlicht auch weit entfernt von diesem Bereich sichtbar sein. Daher dient die Vorhersage lediglich als Orientierungshilfe und ist keine Garantie. Auf der Südhalbkugel sollte man nach Süden schauen, wenn die Polarlichter nicht direkt über einem stehen.
Wann stehen Ihre Chancen besser?
Man benötigt astronomische Dunkelheit. Längere Winternächte bieten mehr Beobachtungszeit, während die Zeiträume der Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleichen günstig für geomagnetische Aktivität sein können. Es handelt sich dabei eher um Tendenzen als um feste Ereignisse: Eine Tagundnachtgleiche garantiert kein Gewitter, und auch eine Winternacht kann bewölkt oder ruhig sein.
Laut NOAA ist die Polarlichtaktivität meist um Mitternacht (etwa zwischen 22 und 2 Uhr) am stärksten, kann sich bei besonders starken Polarlichtern aber auch früher oder später ausdehnen. Planen Sie daher ein flexibles Zeitfenster ein, anstatt sich auf eine bestimmte Minute festzulegen. Geben Sie Ihren Augen Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, und reduzieren Sie die Bildschirmhelligkeit Ihres Smartphones.
Prüfen Sie zwei separate Vorhersagen. Die 30-Minuten-Nordlichtvorhersage der NOAA umfasst die Südhalbkugel und schätzt Ort und Intensität etwa 30 bis 90 Minuten im Voraus. Sie ist hilfreich, um zu entscheiden, ob Sie draußen bleiben oder einen dunkleren Ort aufsuchen sollten, aber sie ist keine lokale Wolkenvorhersage. Informationen zu Wolken, Wind, Regen und Temperatur erhalten Sie beim nationalen oder regionalen Wetterdienst für Ihren genauen Reiseziel. Ein starkes Nordlicht hinter Wolken ist weiterhin verborgen.
Die Vorhersagekarte dient als Orientierungshilfe für Wahrscheinlichkeit und Standort, nicht als Kp-Schwellenwert, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Die NOAA weist darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Kp und dem möglichen Sichtbarwerden von Polarlichtern nur annähernd ist. Ein niedriger Wert schließt die Sichtung nicht aus, wenn Sie sich in der Nähe des Polarlichtovals befinden; ein hoher Wert kann weder Wolken beseitigen noch Lichtverschmutzung aufheben.
Welches Betrachtungs- und Fotografie-Setup passt zu Ihnen?
| Einrichtung | Am besten geeignet für | Abwägung |
| Betrachtung mit bloßem Auge | Bewegung, Größe und das Erlebnis ohne Aufbau genießen | Eine blasse Farbe kann für Ihre Augen grau oder dezent wirken. |
| Smartphone mit Nachtmodus | Reisende, die ein leichtes, einfaches Album wünschen | Die Ergebnisse hängen stark vom verwendeten Smartphone ab; Bildausschnitt und Belichtungskontrolle können eingeschränkt sein. |
| Kamera mit Wechselobjektiv und Stativ | Mehr Kontrolle über Fokus, Belichtung und Vordergrundkomposition | Schwerer, langsamer aufzubauen und erfordert Übung im Dunkeln |
Für einen unkomplizierten Ausflug benötigen Sie lediglich Ihr Smartphone und eine kleine Halterung oder ein Stativ. Nutzen Sie, falls vorhanden, den Nachtmodus Ihres Smartphones, stellen Sie einen kurzen Selbstauslöser ein, um Verwacklungen zu vermeiden, und machen Sie eine Testaufnahme. Da computergestützte Nachtmodi mehrere Belichtungen kombinieren, kann das Ergebnis eine Szene heller erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit war. Dies kann helfen, ein schwaches Leuchten einzufangen, allerdings können sich bewegende Polarlichter dadurch etwas weicher darstellen.
Wählen Sie eine spiegellose Kamera oder eine DSLR, wenn Sie mehr Kontrolle wünschen, insbesondere über Verschlusszeit und Blende. Ein Weitwinkelobjektiv erfasst mehr Himmel und Vordergrund; ein Teleobjektiv isoliert einen Ausschnitt, zeigt aber weniger Kontext. Ein lichtstarkes Objektiv (mit niedriger Blendenzahl) kann mehr Licht einfangen, ist aber möglicherweise größer und teurer. Nutzen Sie Ihre vorhandene Ausrüstung, bevor Sie Equipment für eine Veranstaltung kaufen, die nicht terminiert werden kann.
Wie fotografiert man die Aurora mit einer Kamera?
1. Kamera stabilisieren und Bildausschnitt festlegen
Montieren Sie die Kamera auf einem stabilen Stativ. Wählen Sie einen Vordergrund – beispielsweise einen entfernten Bergrücken oder eine Küstenlinie – bevor der Himmel aktiv wird, und lassen Sie genügend Platz im Bildausschnitt, damit sich die Aurora bewegen kann. Schalten Sie den Blitz aus. Falls Ihre Kamera oder Ihr Objektiv über einen Bildstabilisator verfügt, beachten Sie die Bedienungsanleitung des Herstellers zur Stativnutzung, da die Bedienung je nach Modell unterschiedlich ist. Ein Fernauslöser oder der Selbstauslöser der Kamera können Verwacklungen beim Auslösen reduzieren.
2. Fokussieren Sie manuell auf ein entferntes Licht oder einen Stern.
Der Autofokus hat bei dunklem Himmel oft Schwierigkeiten. Schalten Sie auf manuellen Fokus um, vergrößern Sie einen hellen Stern im Live-View-Modus (falls Ihre Kamera dies unterstützt) und justieren Sie, bis der Stern so klein und scharf wie möglich erscheint. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Unendlichkeitsmarkierung des Objektivs exakt ist. Machen Sie eine Testaufnahme und zoomen Sie heran, um die Sterne zu überprüfen, bevor die Aurora heller wird. Dies entspricht der üblichen Vorgehensweise bei Nachtaufnahmen: Stabilisieren Sie die Kamera und fokussieren Sie sorgfältig auf einen Stern, bevor Sie eine Langzeitbelichtung aufnehmen.
3. Beginnen Sie mit einer flexiblen Belichtung.
Nutzen Sie die manuelle Belichtung als Ausgangspunkt. Versuchen Sie es mit einer großen Blendenöffnung, die Ihr Objektiv sauber wiedergibt, einer Verschlusszeit von etwa 2 bis 8 Sekunden und einem ISO-Wert von etwa 1600 bis 6400. Dies sind Richtwerte, keine festen Regeln. Ein schwacher, langsamer Lichtbogen kann von einer längeren Belichtungszeit oder einem höheren ISO-Wert profitieren. Schnelle Lichtstrahlen und sich wölbende Vorhänge wirken oft schärfer bei kürzerer Belichtungszeit, selbst wenn das Bild dadurch dunkler wird.
Überprüfen Sie das Ergebnis auf der Kamera. Ist der Himmel zu dunkel, erhöhen Sie die ISO-Empfindlichkeit oder verlängern Sie die Verschlusszeit etwas. Wirkt das Polarlicht wie ein flacher, heller Fleck oder sind die Sterne verzerrt, verkürzen Sie die Verschlusszeit. Gehen Details in hellen Farben verloren, verringern Sie die ISO-Empfindlichkeit oder verwenden Sie eine kürzere Verschlusszeit. Das Histogramm der Kamera kann helfen, überbelichtete Bereiche zu erkennen, die Bildschirmvorschau allein ist jedoch in dunkler Umgebung kein zuverlässiger Helligkeitsindikator.
4. Nehmen Sie eine kurze Sequenz auf und passen Sie die Einstellungen an, wenn sich die Anzeige ändert.
Polarlichter verändern Form und Helligkeit. Machen Sie mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, anstatt sich auf eine einzige Aufnahme zu verlassen, und wiederholen Sie den Vorgang, sobald sich die Polarlichter verändern. Wenn Ihre Kamera im RAW-Format aufzeichnet, haben Sie mehr Bearbeitungsspielraum; JPEG-Dateien sind kleiner und lassen sich leicht teilen. Es kann sinnvoll sein, beide Formate zu verwenden, sofern Speicherplatz und Arbeitsablauf dies zulassen. Bewahren Sie einen Ersatzakku warm in einer Innentasche auf, da Kälte die Akkuleistung beeinträchtigen kann.
Wie kann man das Ergebnis verbessern, ohne das Erlebnis zu verlieren?
Verwenden Sie zunächst eine weite Bildkomposition, um ein Gefühl für den Ort zu vermitteln. Verengen Sie den Bildausschnitt, wenn die Aurora deutliche Strahlen oder Falten bildet. Beziehen Sie Personen nur dann mit ein, wenn diese sicher im Vordergrund platziert werden können. Eine kurze Beleuchtung der Person kann hilfreich sein, zu viel Licht lenkt jedoch vom Himmel ab. Vermeiden Sie es, mit einer Taschenlampe andere Beobachter oder Wildtiere anzuleuchten.
Gönnen Sie Ihren Augen Zeit zur Anpassung und schauen Sie zwischen den Aufnahmen nach oben. Eine Kamera kann Farben und schwaches Licht aufzeichnen, die Ihre Augen nicht so deutlich wahrnehmen, insbesondere bei Langzeitbelichtungen. Dieser Unterschied ist normal und kein Beweis dafür, dass das Foto oder Ihre Beobachtung falsch ist. Wenn der Himmel ruhig bleibt, genießen Sie die Sterne und die Landschaft, anstatt die ganze Nacht auf einen Bildschirm zu starren.
Kurze Checkliste vor Ihrer Abreise
- Prüfen Sie die Nordlichtvorhersage für die Südhalbkugel und die lokale Wolkenvorhersage kurz vor Abflug.
- Wählen Sie einen dunklen, öffentlichen Ort mit freiem Blick nach Süden und sicherer Aussicht.
- Laden Sie Ihre Kamera und Ihr Handy auf; packen Sie einen Ersatzakku, ein Stativ, warme Kleidung und eine schwache rote oder schwach leuchtende Lampe ein.
- Fokus und Bildausschnitt vor Beginn der Anzeige einstellen, dann die Belichtung während der Änderungen testen und anpassen.
- Informieren Sie jemanden über Ihr Ziel, prüfen Sie die Zufahrtsstraßen und die Lage des Geländes und meiden Sie abgelegene Küstenabschnitte oder Klippen, die Sie nicht kennen.
Die richtige Herangehensweise hängt von Ihren Prioritäten ab. Wenn Sie ganz im Moment sein und mit leichtem Gepäck reisen möchten, wählen Sie die Beobachtung mit bloßem Auge. Nutzen Sie Ihr Smartphone für mehr Komfort und schnelle Aufnahmen. Bringen Sie Kamera und Stativ mit, wenn Ihnen Bildausschnitt und manuelle Steuerung so wichtig sind, dass Sie bereit sind, zusätzliche Ausrüstung mitzunehmen. In jedem Fall sind Dunkelheit, klares Wetter und Geduld wichtiger als der Besitz der modernsten Kamera.