TÜV-Termin: So bereiten Sie Ihr Auto auf die Hauptuntersuchung vor
TÜV-Termin vorbereiten: HU-Fristen, benötigte Unterlagen, Auto-Checkliste, Kosten und Nachprüfung. Was Sie vor der Hauptuntersuchung wissen sollten.
Der TÜV-Termin steht an, aber welche Kontrollen lassen sich vor der Hauptuntersuchung (HU) selbst erledigen – und wann gehört das Auto besser in die Werkstatt? Die kurze Antwort: Prüfen Sie zuerst die Fälligkeit, sammeln Sie die Fahrzeugunterlagen und kontrollieren Sie anschließend Beleuchtung, Reifen, Sicht, Sicherheitsausstattung und auffällige Warnmeldungen. Bei Problemen mit Bremsen, Lenkung, Fahrwerk oder Hochvolttechnik sollten Fachleute übernehmen. Eine eigene Checkliste ersetzt die gesetzliche Prüfung nicht, kann aber vermeidbare Beanstandungen und zusätzliche Wege verhindern.
Stand: 2. November 2026. Dieser Ratgeber bezieht sich auf die Hauptuntersuchung gewöhnlicher, in Deutschland zugelassener Personenkraftwagen. Für Taxis, gewerblich vermietete Fahrzeuge, schwere Wohnmobile oder andere Fahrzeugklassen können abweichende Fristen gelten.
„Zum TÜV“ ist im Alltag eine verbreitete Bezeichnung für die Hauptuntersuchung. Sie ist aber nicht an ein bestimmtes Unternehmen gebunden: Anerkannte Prüfstellen und Überwachungsorganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS können eine HU durchführen. Geprüft wird, ob das Fahrzeug im Rahmen der vorgeschriebenen Untersuchung den Anforderungen an Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit und maßgebliche Vorschriften entspricht. Die rechtliche Grundlage bilden § 29 und Anlage VIII der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).
Bei einem gewöhnlichen neuen Pkw ist die erste HU nach 36 Monaten fällig, danach grundsätzlich alle 24 Monate. Das gilt auch für reine Elektroautos. Ausschlaggebend ist der auf der Prüfplakette und in den Fahrzeugunterlagen angegebene Monat. Die Frist läuft mit dem letzten Tag dieses Monats ab – nicht erst zwei Monate später. Gesetzliche HU-Fristen in Anlage VIII StVZO.
Beispiel: Wurde ein normal genutzter Neuwagen erstmals im November 2023 zugelassen und gilt keine Sonderregel, steht seine erste HU spätestens im November 2026 an. Die genaue Fälligkeit sollten Sie dennoch am Fahrzeug und in den Papieren kontrollieren, statt allein vom Kaufdatum auszugehen.
Lesen Sie die HU-Plakette auf dem hinteren Kennzeichen ab und vergleichen Sie die Angabe mit der Zulassungsbescheinigung Teil I beziehungsweise dem letzten HU-Bericht. Die Zahl oben auf der Plakette kennzeichnet den Fälligkeitsmonat; die Farbe verweist auf das Jahr. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin bei einer amtlich anerkannten Prüforganisation oder fragen Sie eine Werkstatt, die HU-Termine mit einem Prüfdienst organisiert.
Wichtig für den Preisvergleich: Fragen Sie nach dem Gesamtpreis für HU und gegebenenfalls Abgasuntersuchung (AU), nach möglichen Kosten für eine Nachprüfung und danach, ob Werkstatt- oder Vorabcheck-Leistungen zusätzlich berechnet werden. Die Preise hängen unter anderem von Fahrzeugart, Region und Anbieter ab. Der ADAC nannte in seiner Auswertung vom 30. Juli 2026 für HU und AU bei Pkw im Bundesdurchschnitt rund 163 Euro; das ist kein verbindlicher Tarif für Ihre Prüfstelle. Bei reinen Elektroautos entfällt die AU, nicht aber die HU. ADAC: HU-Kosten und Preisunterschiede, Stand 30.07.2026.
Prüfen Sie die Anforderungen im Zweifel bei der gebuchten Prüfstelle. DEKRA nennt ausdrücklich Fahrzeugschein, Unterlagen zu technischen Änderungen sowie gegebenenfalls AU- und Gasanlagennachweise. DEKRA: Häufige Fragen zur Hauptuntersuchung.
Ein kurzer Rundgang reicht für einen ersten Eindruck. Stellen Sie das Fahrzeug sicher ab, schalten Sie die Zündung beziehungsweise die benötigten Funktionen ein und holen Sie bei der Lichtkontrolle eine zweite Person hinzu. Arbeiten Sie nicht unter einem ungesicherten Fahrzeug und versuchen Sie keine Eingriffe in sicherheitskritische Bauteile.
Testen Sie Abblend- und Fernlicht, Standlicht, Blinker, Warnblinker, Rück- und Bremslichter, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung, soweit vorhanden beziehungsweise vorgeschrieben. Kontrollieren Sie außerdem Hupe und die sichere Befestigung der Kennzeichen. Ein funktionierendes Leuchtmittel allein garantiert noch keine korrekte Scheinwerfereinstellung; bei erkennbar falsch eingestelltem Licht ist eine Werkstatt sinnvoll.
Kontrollieren Sie den Luftdruck nach Herstellervorgabe und sehen Sie an allen vier Reifen nach Rissen, Beulen, Fremdkörpern und ungleichmäßiger Abnutzung. Für gewöhnliche Pkw-Reifen verlangt § 36 StVZO im Hauptprofil mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe. Das ist die gesetzliche Untergrenze, kein optimaler Sicherheitswert für nasse oder winterliche Fahrbahnen. Kontrollieren Sie auch, ob die montierte Rad-Reifen-Kombination für das Fahrzeug zulässig ist. § 36 StVZO: Bereifung und Mindestprofil.
Reinigen Sie die Scheiben. Prüfen Sie, ob die Wischer streifenfrei arbeiten und genügend Scheibenwaschflüssigkeit vorhanden ist. Achten Sie auf Risse und Steinschläge, vor allem im Sichtfeld der fahrenden Person, sowie auf fest sitzende und unbeschädigte Innen- und Außenspiegel. Bei einem Steinschlag sollten Sie vorab klären lassen, ob eine Reparatur möglich oder der Austausch nötig ist.
Auffällige Bremsgeräusche, ein schwammiges Pedalgefühl, ein zur Seite ziehendes Fahrzeug, ungewöhnliches Lenkspiel, Klappern am Fahrwerk, deutliche Rostschäden oder frische Öl- und Kühlmittelflecken sind Gründe für einen Werkstatttermin. Eine bestandene einfache Sichtprüfung durch Laien sagt über den tatsächlichen Zustand der Bremse oder des Unterbodens wenig aus. Kontrollieren Sie Flüssigkeitsstände nur nach Fahrzeughandbuch und ohne heiße oder unter Druck stehende Systeme zu öffnen.
Die Sicherheitsgurte müssen einrasten, sich aufrollen und dürfen nicht beschädigt sein. Schauen Sie nach Warndreieck, Warnweste und vollständigem Verbandkasten; prüfen Sie beim Erste-Hilfe-Material das Ablaufdatum. Entfernen Sie lose Gegenstände aus dem Fußraum und machen Sie Fahrgestellnummer, Kofferraum und andere prüfrelevante Stellen zugänglich. Wenn Sitze ausgebaut oder eine abnehmbare Anhängerkupplung vorhanden sind, stimmen Sie deren Bereitstellung mit der Prüfstelle ab. Die HU-Checkliste von DEKRA behandelt diese Punkte im Detail.
Leuchtet eine Kontrolllampe für Airbag, ABS, Motormanagement oder ein anderes sicherheitsrelevantes System nach dem normalen Startvorgang dauerhaft, sollte die Ursache vor der HU fachgerecht diagnostiziert werden. Eine Warnmeldung nur zu löschen, ohne den Fehler zu beheben, ist keine verlässliche Vorbereitung. Dasselbe gilt für ungewöhnliche Abgasgerüche, deutlich erhöhte Geräusche oder sichtbare Leckagen.
Bei Zubehör und Tuning ist entscheidend, ob die Änderung genehmigungs- oder eintragungspflichtig ist und die nötigen Nachweise vorliegen. Fragen Sie bei Unsicherheit eine Fachwerkstatt oder Prüforganisation, bevor Sie das Fahrzeug vorführen. Eine allgemeine HU ersetzt nicht automatisch eine gegebenenfalls erforderliche Änderungsabnahme.
Elektroauto-Sonderfall: Auch E-Autos brauchen die reguläre HU. Eine klassische AU für Abgase entfällt jedoch. Warnungen zum Hochvoltsystem oder zur Antriebsbatterie gehören ausschließlich in qualifizierte Hände: Niemals selbst an Hochvoltkomponenten arbeiten. Für Gasfahrzeuge können weitere Anforderungen gelten; klären Sie vorhandene Prüfnachweise und gegebenenfalls benötigte Tankfüllstände vor dem Termin mit der Prüfstation.
| Behauptung | Einordnung | Was Sie tun sollten |
|---|---|---|
| „Ich habe nach Ablauf der Plakette automatisch zwei Monate Zeit.“ | Falsch. Die HU muss grundsätzlich im angegebenen Monat erfolgen. Bestimmte Sanktionen und der erweiterte Prüfumfang greifen erst bei längerer Überschreitung. | Fälligen Termin sofort buchen; nicht auf eine vermeintliche Schonfrist vertrauen. |
| „Jeder kleine Mangel bedeutet automatisch durchgefallen.“ | Nicht zwingend. Bei geringen Mängeln kann eine Plakette zugeteilt werden, die Mängel müssen aber unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats, beseitigt werden. | Bericht lesen und auch kleine Mängel zeitnah reparieren lassen. |
| „Nach erheblichen Mängeln habe ich beliebig lange für die Nachprüfung Zeit.“ | Falsch. Bei erheblichen Mängeln muss die Nachprüfung innerhalb eines Monats nach dem HU-Tag erfolgen; danach ist grundsätzlich eine neue HU nötig. | Reparatur sofort organisieren, ursprünglichen Bericht aufbewahren und Nachprüfung fristgerecht buchen. |
| „Eine bestandene HU ersetzt die regelmäßige Wartung.“ | Falsch. Die HU bewertet den vorgeschriebenen Prüfzustand zum Untersuchungszeitpunkt; sie ist keine umfassende Wartung oder Garantie gegen künftige Defekte. | Herstellerwartungsplan und erkannte Probleme unabhängig vom HU-Termin beachten. |
Rechtsgrundlage für die Mängelkategorien und Fristen ist Anlage VIII StVZO, insbesondere Nummer 3.1.4. Bei gefährlichen oder verkehrsunsicheren Mängeln gelten strengere Anforderungen. Wird ein Fahrzeug als verkehrsunsicher eingestuft, darf es nicht mehr auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt werden.
Die Folgen sind unterschiedlich: Bei der Überschreitung um mehr als zwei Monate wird die HU um eine Ergänzungsuntersuchung erweitert; hierfür werden auf die HU-Gebühr 20 Prozent aufgeschlagen. Bei gewöhnlichen Pkw können außerdem Verwarn- beziehungsweise Bußgelder anfallen: laut ADAC-Übersicht vom 20. Mai 2026 bei mehr als zwei Monaten 15 Euro, bei vier bis acht Monaten 25 Euro und bei mehr als acht Monaten 60 Euro sowie ein Punkt. Die tatsächliche Einordnung hängt von Fahrzeugart und Zeitraum ab. ADAC: HU überzogen, Fristen und Folgen, 20.05.2026.
Wird die Plakette wegen erheblicher Mängel verweigert, fallen für Reparatur und Nachprüfung weitere Kosten an. Der ADAC nennt für die Nachprüfung typischerweise rund 30 Euro; das ist nur ein Orientierungswert. Die Frist von einem Monat ist keine Erlaubnis, mit einem unsicheren Auto weiterzufahren. Bei schweren Defekten muss zuerst die Verkehrs- und Betriebssicherheit geklärt werden.
Wer den TÜV-Termin nicht nur als Plakettenpflicht sieht, sondern als Anlass für einen strukturierten Fahrzeugcheck nutzt, spart unter Umständen eine zusätzliche Anfahrt und erkennt Sicherheitsprobleme früher. Die Reihenfolge ist einfach: Termin prüfen, Papiere bereitlegen, sichtbare Funktionen testen und ernsthafte Mängel professionell beheben lassen. Eine positive HU ist am Ende nur das Ergebnis der amtlichen Untersuchung; sie lässt sich nicht durch eine private Checkliste garantieren.
Recherchestand 2. November 2026. Maßgeblich für allgemeine Regeln sind § 29 StVZO, Anlage VIII StVZO und § 36 StVZO. Praktische Hinweise stammen aus den Originalinformationen von DEKRA sowie den datierten HU-Ratgebern des ADAC (26.02.2026). Konkrete Öffnungszeiten, verfügbare Termine und lokale Preise wurden für keine einzelne Prüfstation geprüft und sollten beim jeweiligen Anbieter bestätigt werden.
TÜV-Termin vorbereiten: HU-Fristen, benötigte Unterlagen, Auto-Checkliste, Kosten und Nachprüfung. Was Sie vor der Hauptuntersuchung wissen sollten.
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