Starkregen: Welche Mengen gelten und wie entstehen die Warnstufen? Stand 6. November 2026

Geprüft am 6. November 2026 um 10:20 Uhr MEZ (UTC+01:00).

Starkregen bedeutet, dass in kurzer Zeit besonders viel Regen fällt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Deutschland in drei Stufen: Eine markante Wetterwarnung beginnt bei erwarteten 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Litern in sechs Stunden. Bei höheren erwarteten Mengen folgen Unwetterwarnungen.

Entscheidend sind also Regenmenge und Zeitraum. Schon ein räumlich begrenzter Schauer kann Straßen überfluten und Wasserstände rasch steigen lassen. Die Warnstufe beschreibt die erwartete Wetterintensität; wie stark die Folgen vor Ort ausfallen, hängt auch von Gelände, Boden und Bebauung ab.

Destaques

  • Der DWD unterscheidet bei Starkregen die Warnstufen 2, 3 und 4.
  • Für die Einstufung genügt es, wenn der jeweilige Schwellenwert für eine Stunde oder für sechs Stunden erreicht wird.
  • Eine Warnung ist eine Vorhersage und keine Garantie, dass an jedem Ort im Warngebiet dieselbe Regenmenge fällt.
  • Aktuelle Warntexte nennen Gebiet, Zeitraum und erwartete Gefahr; sie können sich kurzfristig ändern.

Ab wann spricht man von Starkregen?

Eine einzige Regenmenge definiert den Begriff nicht für jeden Zweck. Meteorologisch spricht der DWD von Starkregen, wenn große Niederschlagsmengen je Zeiteinheit fallen. Für seine Warnungen verwendet er konkrete Schwellenwerte. Für die Planung von Entwässerungsanlagen werden dagegen auch statistische Auswertungen genutzt, die berücksichtigen, wie selten eine Niederschlagsmenge an einem Ort ist. Das erläutert der DWD in seinem Starkregen-Lexikon.

Die Einheit Liter pro Quadratmeter lässt sich anschaulich umrechnen: Ein Liter pro Quadratmeter entspricht einer Wasserhöhe von einem Millimeter, wenn nichts abfließt oder verdunstet. Bei 20 Litern pro Quadratmeter wären das rechnerisch zwei Zentimeter Wasser. Für die Einordnung muss immer dabeistehen, in welcher Zeit diese Menge fällt.

Welche Warnstufen gelten beim DWD für Starkregen?

Die folgende Übersicht zeigt die DWD-Kriterien für vorhergesagte Regenmengen. Die Zeiträume sind Alternativen: Es muss nicht zugleich der Wert für eine Stunde und der für sechs Stunden erreicht werden.

WarnstufeRegen in einer StundeRegen in sechs Stunden
2: Markante Wetterwarnung – Starkregen15 bis 25 l/m²20 bis 35 l/m²
3: Unwetterwarnung – heftiger Starkregenmehr als 25 bis 40 l/m²mehr als 35 bis 60 l/m²
4: Warnung vor extremem Unwetter – extrem heftiger Starkregenmehr als 40 l/m²mehr als 60 l/m²

Die Werte stehen im DWD-Faktenpapier zur Entwicklung von Starkniederschlägen. Bei exakt 40 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde liegt der Wert noch im angegebenen Bereich der Stufe 3; für Stufe 4 muss er darüber liegen. Starkregen beginnt im DWD-Warnsystem bei Stufe 2. Das bedeutet nicht, dass Regen unterhalb dieser Schwellen überall folgenlos bleibt.

Als Beispiel: Werden für einen Ort 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde erwartet, entspricht das dem Bereich für heftigen Starkregen und damit Stufe 3. Fallen dieselben 30 Liter dagegen über sechs Stunden, liegen sie für diesen Zeitraum im Bereich der Stufe 2. Das Beispiel ordnet die Mengen ein; eine konkrete amtliche Warnung ersetzt es nicht.

Wie entstehen die Warnungen und warum ändern sie sich?

Der DWD wertet Wettermodelle und Beobachtungen aus. Modelle helfen, eine mögliche gefährliche Wetterlage frühzeitig zu erkennen. Näher am Ereignis kommen unter anderem Radardaten hinzu, mit denen sich Niederschlagsgebiete und Gewitterzellen beobachten und ihre kurzfristige Verlagerung abschätzen lassen. Meteorologinnen und Meteorologen beurteilen daraus, wo und wann warnwürdige Mengen zu erwarten sind.

Eine Vorabinformation weist auf ein mögliches Unwetter hin, bevor Ort und Zeitpunkt ausreichend genau feststehen. Eine konkrete Warnung grenzt das betroffene Gebiet und den Gültigkeitszeitraum näher ein. Wie der DWD zur Radarmeteorologie und zum Warnmanagement erläutert, werden Modellvorhersagen für kurzfristige Warnungen durch Beobachtungsdaten ergänzt.

Gerade Gewitterzellen können sich schnell bilden, verstärken oder abschwächen. Eine Warnung kann deshalb ausgeweitet, verschärft, verkürzt oder aufgehoben werden. Sie beschreibt die erwartete Gefahr im angegebenen Gebiet, nicht eine an jeder Adresse bereits gemessene Menge. Umgekehrt kann ein kurzer, örtlich eng begrenzter Schauer schwer genau vorherzusagen sein.

Wie entsteht Starkregen und warum ist er örtlich so unterschiedlich?

Starkregen fällt häufig aus hochreichenden Quellwolken, etwa Gewitterwolken. Dabei steigt feuchte Luft auf, kühlt ab und Wasserdampf kondensiert. Wenn sich viel Wasser in der Wolke sammelt und als Niederschlag freigesetzt wird, können in kurzer Zeit große Mengen fallen. Bleibt eine Zelle langsam über einem Gebiet oder ziehen mehrere Zellen wiederholt darüber hinweg, kann sich besonders viel Regen ansammeln.

Wie viel Wasser tatsächlich Probleme verursacht, hängt nicht allein von der Warnstufe ab. Versiegelte Flächen lassen wenig Wasser versickern; an Hängen kann Wasser schnell zusammenströmen. Auch bereits nasse Böden oder örtliche Engstellen beeinflussen den Abfluss. Deshalb können benachbarte Orte bei derselben Wetterlage sehr unterschiedliche Auswirkungen erleben.

Was ist der Unterschied zwischen Starkregen und Dauerregen?

Starkregen beschreibt große Mengen in vergleichsweise kurzer Zeit. Dauerregen erstreckt sich über längere Zeiträume und kann ebenfalls zu Hochwasser und Überschwemmungen beitragen. Der DWD führt dafür gesonderte Warnkriterien, unter anderem für zwölf, 24, 48 und 72 Stunden. Die Tabellen für Starkregen und Dauerregen sollten daher nicht miteinander verwechselt werden.

Wo lässt sich die aktuelle Warnlage prüfen?

Für die eigene Gemeinde sind die aktuellen Warnungen des DWD und die WarnWetter-App Anlaufstellen. Wichtig sind neben der Farbe der Warntext, der Beginn und das Ende der Gültigkeit sowie mögliche Aktualisierungen. Regionale Hochwasserinformationen ergänzen die Wetterwarnung, wenn es um Pegel und Abfluss geht.

Eine höhere Warnstufe weist auf größere erwartete Regenmengen hin, sagt aber nicht allein voraus, welches Gebäude oder welche Straße überflutet wird. Bei einer akuten Warnung sollten die Hinweise der zuständigen Behörden beachtet und die Lage regelmäßig erneut geprüft werden.

FAQ zu Starkregen

Sind 20 Liter Regen pro Quadratmeter viel?

In einer Stunde liegen 20 Liter pro Quadratmeter im Bereich der DWD-Warnstufe 2 für Starkregen. Über einen längeren Zeitraum ist die Einordnung eine andere.

Kann Starkregen ohne Gewitter auftreten?

Ja. Starkregen tritt häufig bei Schauern und Gewittern auf, ist aber nicht zwingend an Blitz und Donner gebunden.

Ist eine Starkregenwarnung dasselbe wie eine Hochwasserwarnung?

Nein. Die Starkregenwarnung betrifft erwarteten Niederschlag. Hochwasserinformationen beschreiben die Lage beziehungsweise Entwicklung von Wasserständen und Abflüssen.

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