Kündigung erhalten in der Schweiz: Die nächsten Schritte im November 2026

Informationen überprüft am 6. November 2026 um 13.19 Uhr, Schweizer Zeit (MEZ, UTC+01:00).

Wer in der Schweiz eine Kündigung erhält, sollte umgehend die Stellensuche aufnehmen, Bewerbungen dokumentieren und sich frühzeitig beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelden. Wer mit der Suche bis zum letzten Arbeitstag wartet, riskiert Nachteile bei der Arbeitslosenentschädigung.

Parallel dazu lohnt es sich, das angegebene Austrittsdatum, offene Lohnansprüche und den Versicherungsschutz zu prüfen. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die praktischen Schritte nach einer Kündigung bei einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis. Für öffentlich-rechtliche Anstellungen können andere Regeln gelten.

Destaques

  • Beginnen Sie nach Kenntnis der Kündigung mit der Stellensuche und bewahren Sie Nachweise auf.
  • Melden Sie sich möglichst früh beim RAV an und reichen Sie den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung bei einer Arbeitslosenkasse ein.
  • Prüfen Sie Kündigungsschreiben, Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen und Arbeitszeugnis; holen Sie bei Unklarheiten rasch Rat ein.
  • Klären Sie rechtzeitig, wie Sie nach dem Austritt gegen Unfälle versichert sind.

Was sollte ich unmittelbar nach Erhalt der Kündigung tun?

Halten Sie fest, wann und wie Ihnen die Kündigung mitgeteilt wurde, und bewahren Sie das Schreiben samt Umschlag sowie relevante E-Mails auf. Vergleichen Sie das genannte Enddatum mit Ihrem Arbeitsvertrag und einem allfälligen Gesamtarbeitsvertrag. Auch das Dienstjahr und der Zeitpunkt des Zugangs können eine Rolle spielen.

Bitten Sie bei Unklarheiten um eine schriftliche Begründung: Auf Verlangen muss die kündigende Partei die Kündigung schriftlich begründen. Prüfen Sie zugleich, ob eine besondere Situation wie Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft vorliegt. Ob ein Schutz greift und welche Folgen er hat, hängt unter anderem vom Zeitpunkt und vom Stand des Arbeitsverhältnisses ab. Bei Unsicherheit empfiehlt arbeit.swiss, dem Arbeitgeber unverzüglich per eingeschriebenem Brief mitzuteilen, dass Sie weiterarbeiten wollen.

Unterschreiben Sie eine Aufhebungsvereinbarung oder eine Erklärung über den Verzicht auf Ansprüche erst, wenn Sie die Folgen verstanden haben. Eine einvernehmliche Auflösung kann sich auf den Kündigungsschutz und die Beurteilung durch die Arbeitslosenversicherung auswirken. Eine Gewerkschaft, eine Rechtsberatungsstelle oder eine Anwältin beziehungsweise ein Anwalt kann die Unterlagen mit Ihnen prüfen.

Wann muss ich nach einer neuen Stelle suchen?

Beginnen Sie grundsätzlich, sobald Sie wissen, dass Ihre unbefristete Stelle endet. Nach den aktuellen Hinweisen von arbeit.swiss werden bei längeren Kündigungsfristen höchstens die letzten drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses berücksichtigt. Bei befristeten Verträgen soll die Suche während der letzten drei Monate beginnen; dauert der Vertrag kürzer, während der gesamten Vertragsdauer.

Dokumentieren Sie Bewerbungen und andere Suchbemühungen mit Datum, Unternehmen, Kontaktperson und Ergebnis. Bewahren Sie Kopien von Bewerbungen und Antworten auf. Fragen Sie das RAV frühzeitig, welche Anzahl und Art von Bemühungen in Ihrer Situation angemessen sind. Ungenügende Bemühungen können zu Einstelltagen führen: Während dieser Zeit erhalten Sie keine Taggelder. Ob und wie viele Einstelltage verfügt werden, hängt vom Einzelfall ab.

Wie melde ich mich beim RAV und bei der Arbeitslosenkasse an?

Melden Sie sich möglichst frühzeitig zur öffentlichen Arbeitsvermittlung an; die Unterstützung des RAV steht bereits während der Kündigungsfrist zur Verfügung. Die Anmeldung und Registrierung auf arbeit.swiss erklärt das Vorgehen und den Zugang zu Job-Room. Warten Sie nicht bis zum letzten Arbeitstag, wenn Arbeitslosigkeit absehbar ist.

Das RAV unterstützt Sie bei der Stellensuche. Die von Ihnen gewählte Arbeitslosenkasse prüft dagegen den Anspruch und berechnet und zahlt die Entschädigung. Für den Leistungsantrag verlangt sie unter anderem das Formular «Antrag auf Arbeitslosenentschädigung» und Arbeitgeberbescheinigungen der letzten zwei Jahre; je nach Situation kommen weitere Unterlagen hinzu. Reichen Sie diese möglichst vollständig und früh ein.

Eine Anmeldung allein garantiert keine Auszahlung. Die Kasse prüft die persönlichen Voraussetzungen; ausserdem können Warte- oder Einstelltage anfallen. Planen Sie deshalb Ihre Ausgaben für die Übergangszeit und erkundigen Sie sich bei der Kasse nach Ihrem konkreten Fall.

Welche Unterlagen und Zahlungen sollte ich beim Austritt prüfen?

Verlangen Sie rechtzeitig ein Arbeitszeugnis für Ihre Bewerbungen. Ein Anspruch auf ein Zeugnis besteht laut SECO jederzeit: Während der Anstellung ist ein Zwischenzeugnis, beim Austritt ein Schlusszeugnis möglich. Lesen Sie Angaben zu Funktion, Aufgaben und Beschäftigungsdauer sorgfältig und besprechen Sie Fehler möglichst früh mit dem Arbeitgeber. Auf Wunsch kann sich ein Zeugnis auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses beschränken.

Stellen Sie ausserdem Ihre offenen Ansprüche zusammen: ausstehender Lohn, allenfalls ein anteiliger 13. Monatslohn, vertraglich geschuldete Vergütungen, Spesen sowie Ferien- und Zeitguthaben. Was tatsächlich geschuldet ist, hängt von Gesetz, Vertrag und den Umständen ab. Vergleichen Sie die Schlussabrechnung mit Ihren Unterlagen und lassen Sie Differenzen schriftlich klären.

Bei einer Freistellung endet das Arbeitsverhältnis nicht automatisch sofort. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, ab wann Sie nicht mehr arbeiten müssen und wie Ferien, Überstunden, Erreichbarkeit und die Rückgabe von Arbeitsmitteln geregelt werden. Auch während einer Freistellung sollten Sie Ihre Stellensuche dokumentieren.

Was gilt, wenn ich die Kündigung für missbräuchlich halte?

Sichern Sie Unterlagen und lassen Sie die Situation rasch rechtlich beurteilen. Bei einer möglichen missbräuchlichen Kündigung nach Obligationenrecht nennt das SECO zwei wichtige Schritte: Wer eine Entschädigung geltend machen will, muss spätestens bis zum Ende der Kündigungsfrist schriftlich beim Arbeitgeber Einsprache erheben. Kommt keine Einigung zustande, muss die Klage grundsätzlich innert 180 Tagen nach Ende des Arbeitsverhältnisses eingereicht werden.

Eine missbräuchliche Kündigung und eine Kündigung während einer anwendbaren Sperrfrist sind rechtlich unterschiedliche Fälle. Welche Fristen und Folgen gelten, sollte anhand der konkreten Unterlagen geprüft werden. Warten Sie mit der Beratung nicht bis zum letzten Tag.

Wie bleibt mein Unfallversicherungsschutz nach dem Austritt bestehen?

Prüfen Sie, ob Sie bisher über den Arbeitgeber gegen Nichtberufsunfälle versichert waren. Bei dieser Deckung endet der Schutz grundsätzlich am 31. Tag nach dem Tag, an dem der Anspruch auf mindestens den halben Lohn aufhört. Eine rechtzeitig abgeschlossene Abredeversicherung kann die Deckung verlängern. Bei weniger als acht Arbeitsstunden pro Woche beim selben Arbeitgeber besteht grundsätzlich keine obligatorische Deckung für Nichtberufsunfälle über diesen Arbeitgeber; klären Sie Ihre Situation mit Versicherung und Krankenkasse.

Sind die Voraussetzungen für Arbeitslosenentschädigung erfüllt, besteht gemäss Suva grundsätzlich automatischer Unfallschutz. Ist der Anspruch noch nicht entschieden, empfiehlt die Suva, eine Abredeversicherung beim bisherigen Unfallversicherer zu prüfen, um eine Lücke zu vermeiden. Klären Sie auch, ob das Unfallrisiko in Ihrer Krankenversicherung eingeschlossen werden muss.

Häufige Fragen

Muss ich mich auch während der Kündigungsfrist bewerben?

Ja. Beginnen Sie bei einer unbefristeten Stelle grundsätzlich, sobald Sie von der Beendigung wissen, und dokumentieren Sie Ihre Bemühungen. Bei längeren Fristen berücksichtigt arbeit.swiss höchstens die letzten drei Monate vor Vertragsende.

Kann ich mich bereits vor dem letzten Arbeitstag beim RAV anmelden?

Ja. Eine frühe Anmeldung ermöglicht Unterstützung bei der Stellensuche schon während der Kündigungsfrist. Den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung prüft die gewählte Arbeitslosenkasse.

Erhalte ich nach einer Kündigung automatisch Arbeitslosengeld?

Nein. Sie müssen den Anspruch geltend machen und die Voraussetzungen erfüllen. Die Arbeitslosenkasse prüft den Einzelfall; Warte- oder Einstelltage können den Beginn der Zahlung beeinflussen.

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