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Kidulting 2026: Bedeutung, Beispiele und warum Erwachsene wieder spielen | 5. November
Kidulting 2026: Bedeutung, Beispiele und warum Erwachsene wieder spielen | 5. November
Stand der redaktionellen Quellenprüfung: 5. November 2026, 14:54 Uhr MEZ (UTC+01:00; 13:54 Uhr UTC).
Kidulting bezeichnet die Freude Erwachsener an Beschäftigungen, die lange als typische Kinderhobbys galten – etwa Bauen mit Klemmbausteinen, Sammelfiguren, Puzzles oder Spieleabende. Das Thema ist 2026 auch in Deutschland sichtbar: Die Nürnberger Spielwarenmesse widmete den sogenannten „Kidults“ erneut einen eigenen Bereich. Dahinter steht nicht nur ein Internetwort, sondern eine Zielgruppe, die Hersteller und Handel zunehmend ernst nehmen.
Wie verbreitet das Interesse ist, zeigen Zahlen der Spielwarenmesse auf Grundlage von Circana: In den fünf großen europäischen Märkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien wurden von Oktober 2024 bis September 2025 rund 5,7 Milliarden Euro für Spielwaren für Personen ab zwölf Jahren ausgegeben – 14 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wichtig: Diese Branchenabgrenzung umfasst auch Jugendliche und darf nicht mit Ausgaben ausschließlich volljähriger Erwachsener gleichgesetzt werden.
Destaques – das Wichtigste im Überblick
„Kidulting“ setzt sich aus „kid“ (Kind) und „adult“ (Erwachsener) zusammen und beschreibt Spielen, Sammeln und Gestalten im Erwachsenenalter.
Typische Beispiele sind komplexe Bausets, Brettspiele, Modellbau, Sammelfiguren und nostalgische Spielzeugklassiker.
Auf der Spielwarenmesse 2026 wurden die Interessenfelder „Collectibles“, „Creative Fantasy“ und „Tabletop Games“ eigens vorgestellt.
Die oft zitierten Marktzahlen für „Kidults“ beziehen sich teilweise auf die Altersgruppe ab zwölf Jahren, nicht nur auf Erwachsene.
Kidulting im Alltag: Gemeinsam bauen, spielen und sammeln – die Szene ist eine illustrative Darstellung des Trends.
Was ist Kidulting genau? Bedeutung einfach erklärt
Das englische Kofferwort „Kidult“ verbindet „kid“ und „adult“. „Kidulting“ beschreibt entsprechend das Verhalten oder den Lebensstil, auch als erwachsene Person Freude an Spielzeug und spielerischen Aktivitäten zu haben. Gemeint ist weder eine medizinische Diagnose noch automatisch der Wunsch, Verantwortung abzugeben. Eine Person kann einen verantwortungsvollen Berufs- und Familienalltag führen und abends trotzdem Miniaturen bemalen, ein Puzzle lösen oder eine Figurensammlung pflegen.
Der Begriff ist nicht völlig neu. Die Spielwarenmesse erläutert auf Grundlage einer BrandTrends-Untersuchung, dass Nostalgie, persönliche Interessen, Kreativität und die Freude am Spiel zusammenwirken können. Dabei sind Menschen, die Spielzeug sammeln, nicht zwangsläufig dieselben wie diejenigen, die regelmäßig mit anderen spielen.
Warum ist Kidulting 2026 ein Trend?
Was zeigen die Daten aus Deutschland und Europa?
Auf der offiziellen Themenseite „Toys for Kidults“ der Spielwarenmesse wird für die fünf großen europäischen Spielwarenmärkte ein Anteil von 32 Prozent am Spielwarenumsatz für Produkte ausgewiesen, die an Personen ab zwölf Jahren gingen (Oktober 2024 bis September 2025). Deutschland ist Teil dieser Gruppe. Die Zahl ist kein gesonderter deutscher Marktanteil und auch keine Aussage darüber, wie viele Erwachsene persönlich „Kidults“ sind.
Die Messe stellte 2026 eine rund 210 Quadratmeter große Erlebnisfläche für diese Zielgruppe vor. Dort standen Sammelobjekte, fantasievolle Kreativprodukte und Tischspiele im Mittelpunkt. Das macht sichtbar, wie breit die Produktwelt inzwischen gefasst wird: Sie reicht vom günstigen Mitbringsel bis zum aufwendigen Sammlerstück.
Was erklärt den Reiz für Erwachsene?
Ein möglicher Grund ist Nostalgie. Bekannte Spielwelten, Designs und Figuren knüpfen an positive Erinnerungen an. Andere mögen die handwerkliche Herausforderung eines komplizierten Modells oder genießen es, ein fertiges Bauprojekt auszustellen. Spieleabende können soziale Kontakte fördern, während eine ruhige Bastelstunde als bewusste Unterbrechung vom digitalen Alltag empfunden werden kann. Solche Motive sind individuell; daraus lässt sich keine pauschale gesundheitliche Wirkung ableiten.
Welche Beispiele für Kidulting gibt es im Alltag?
Klemmbausteine, Modellbau und anspruchsvolle Puzzles
Manche Erwachsene bauen Architekturmodelle, Fahrzeuge oder Fantasiewelten aus vielen kleinen Teilen. Andere setzen große Puzzles zusammen oder konstruieren Modellbahnen. Ein gut greifbares Beispiel ist die offizielle LEGO-Reihe „Adults Welcome“, die sich ausdrücklich an Erwachsene richtet. Entscheidend für Kidulting ist aber nicht die Marke oder der Preis, sondern die Freude am Tüfteln und Gestalten.
Brettspiele, Rollenspiele und Tabletop
Ein Spieleabend mit Freundinnen und Freunden, ein komplexes Strategiespiel oder eine Pen-&-Paper-Runde fällt ebenfalls darunter. Bei Tabletop-Spielen werden beispielsweise Miniaturfiguren eingesetzt, die manche Fans selbst bemalen. Hier verbinden sich Regelverständnis, Fantasie, soziale Interaktion und gelegentlich Sammelleidenschaft.
Sammelfiguren, Plüsch und Retro-Spielzeug
Andere begeistern sich für Figuren aus Filmen, Comics oder Games, für Design-Plüsch, Sammelkarten oder Wiederauflagen bekannter Spielzeugserien. Manche Produkte bleiben originalverpackt im Regal, andere werden aktiv bespielt oder getauscht. „Blind Boxes“, deren genaue Figur beim Kauf zunächst unbekannt ist, können dabei einen Überraschungseffekt erzeugen – sie bergen aber auch das Risiko unnötiger Mehrfachkäufe.
Kreative kleine Auszeiten ohne große Sammlung
Kidulting muss weder teuer noch platzintensiv sein: Ein Puzzle aus der Bibliothek, ein geliehenes Brettspiel, ein selbst gebasteltes Diorama oder das gemeinsame Zeichnen fantasievoller Figuren passen genauso zum Grundgedanken. Wer hauptsächlich wegen des Spielens mitmacht, muss keine Produkte anhäufen.
Ist Kidulting dasselbe wie „inneres Kind“ oder Nostalgie?
Nicht ganz. Das „innere Kind“ ist eine populäre Metapher aus Selbsthilfe- und Therapiekontexten; Kidulting ist dagegen vor allem ein Begriff aus Popkultur und Konsumforschung. Nostalgie kann eine Rolle spielen, ist aber keine Voraussetzung. Auch wer erst mit 40 Jahren ein neues Brettspiel entdeckt oder erstmals Modellbau ausprobiert, kann Freude an Kidulting haben. Umgekehrt ist nicht jede nostalgische Erinnerung schon Kidulting.
Ist Kidulting sinnvoll – und wann wird das Hobby zu teuer?
Als Freizeitbeschäftigung kann das Spielen persönlich bereichernd sein, solange es zu den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten passt. Wer damit anfangen möchte, kann zunächst eine überschaubare Aktivität ausprobieren, statt sich sofort für eine teure Sammelserie zu entscheiden. Ein monatliches Hobbybudget, Tauschbörsen und gebrauchte Spiele helfen, Kosten zu kontrollieren.
Vorsicht ist bei künstlicher Verknappung, fragwürdigen Wiederverkaufsversprechen und häufigen Zufallskäufen angebracht. Auch Platzbedarf, Verpackungsmüll und die Aufbewahrung kleiner Teile sollten bedacht werden – besonders wenn Kinder im Haushalt leben. Weder eine große Sammlung noch ständige Neuanschaffungen sind Voraussetzung für ein erfüllendes Hobby.
Wie könnte sich der Kidulting-Trend weiterentwickeln?
Belegt ist, dass sich Fachmesse, Handel und einige Hersteller 2026 intensiv mit erwachsenen Spielzeugfans beschäftigen. Eine Prognose bleibt dagegen, ob der Markt in Deutschland dauerhaft im gleichen Tempo weiterwächst. Denkbar sind mehr Angebote für Erwachsene, gemeinschaftliche Spieleveranstaltungen und hochwertige Bausets; ebenso können Kaufzurückhaltung und wechselnde Sammeltrends die Nachfrage bremsen.
Das Grundprinzip dürfte vielen Menschen vertraut bleiben: Spielen muss nicht mit der Kindheit enden. Für Interessierte ist deshalb eine nützlichere Frage als „Bin ich zu alt dafür?“ oft schlicht: „Macht mir diese Beschäftigung Freude – und passt sie in meinen Alltag?“
Kidulting bedeutet, dass Erwachsene mit Freude spielen, sammeln oder kreativ mit Dingen umgehen, die oft mit der Kindheit verbunden werden.
Ist Kidulting nur etwas für junge Erwachsene?
Nein. Das Hobby ist nicht an eine bestimmte Altersgrenze gebunden. Branchenstatistiken verwenden allerdings teils die Kategorie ab zwölf Jahren; das ist nicht die Alltagsdefinition von erwachsenen „Kidults“.
Muss man für Kidulting viel Geld ausgeben?
Nein. Ein geliehenes Brettspiel, ein vorhandenes Puzzle oder selbst gestaltete Figuren können völlig ausreichen. Entscheidend ist das spielerische Erlebnis, nicht der Sammlerwert.