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Herbststurm: Wetterwarnungen prüfen und richtig vorsorgen
Herbststurm: Wetterwarnungen prüfen und richtig vorsorgen
Herbststurm: Wetterwarnungen prüfen und richtig vorsorgen
Bei einem Herbststurm zählt vor allem, rechtzeitig zu erkennen, ob die eigene Gemeinde betroffen ist und welche Gefahren die Warnung nennt. Ein Blick auf eine Deutschlandkarte oder nur auf die Warnfarbe reicht dafür nicht immer. Entscheidend sind der genaue Ort, der Zeitraum und die Hinweise zum Verhalten. Ohne konkrete Ortsangabe lässt sich keine aktuelle Warnlage für einen bestimmten Wohnort beurteilen; die folgenden Schritte helfen, sie selbst zuverlässig zu prüfen und den Haushalt vorzubereiten.
1. Die Warnung für den eigenen Ort lesen
Rufen Sie die Gemeindewarnungen des Deutschen Wetterdienstes auf oder nutzen Sie das Bundeswarnportal. Wählen Sie den Landkreis oder die Gemeinde, in der Sie sich tatsächlich aufhalten. Prüfen Sie anschließend, wann die Warnung beginnt und endet, welche Windgefahr beschrieben wird und welche Handlungsempfehlung dazugehört. Bei einer längeren Warnlage lohnt sich eine erneute Prüfung vor dem Weg zur Arbeit, vor einer Fahrt und wenn der angekündigte Zeitraum näher rückt.
Die Warnstufe und ihre Farbe geben eine schnelle Orientierung, ersetzen aber nicht den Warntext. Lesen Sie, ob etwa vor stürmischen Böen, umstürzenden Bäumen oder herumfliegenden Gegenständen gewarnt wird. Die örtliche Lage spielt mit hinein: In einer freien Lage, an der Küste oder im Wald können Risiken anders ausfallen als in einer geschützten Straße. Auch Gemeindegrenzen sind relevant: Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) kann ein Landkreis warnen, während ein Nachbarkreis keine Warnung ausgibt. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf eine Meldung für eine größere Region.
Eine Person prüft am Fenster eine Wetterkarte auf dem Smartphone.
2. Einen passenden Warnkanal wählen
Für eine ausführliche, aktuelle Ortsprüfung ist die DWD-Seite hilfreich. Wer unterwegs auch Hinweise erhalten möchte, kann zusätzlich die Warn-App NINA nutzen. Sie enthält Wetterwarnungen des DWD. Wichtig ist die Einrichtung: Abonnieren Sie in NINA mindestens Ihren Wohnort und, wenn sinnvoll, Ihren Arbeits- oder Ausbildungsort. Ohne abonnierte Gebiete oder Orte erhalten Sie laut BBK keine entsprechenden NINA-Warnungen. Prüfen Sie außerdem, ob Mitteilungen auf Ihrem Smartphone erlaubt sind. Menüs und Einstellungen unterscheiden sich je nach Gerät.
Cell Broadcast kann Warnmeldungen direkt an geeignete Mobiltelefone in einer betroffenen Funkzelle senden; eine zusätzliche App ist dafür nicht nötig. Das Gerät muss eingeschaltet und darf nicht im Flugmodus sein, außerdem muss es die Technik unterstützen. Die Meldung ist auf 500 Zeichen begrenzt. Nutzen Sie sie daher als zusätzlichen Alarm und lesen Sie den ausführlichen Text über NINA, das Bundeswarnportal oder einen lokalen Radiosender. Wer bei einem Strom- oder Netzausfall informiert bleiben möchte, sollte auch ein batteriebetriebenes Radio bereithalten.
Warnkanal
Besonders nützlich für
Worauf achten
DWD-Gemeindewarnungen
Ort, Gültigkeitszeitraum und Details prüfen
Gemeinde und Warntext gezielt auswählen
NINA
Ausführliche Hinweise und abonnierte Orte
Orte abonnieren und Push-Mitteilungen erlauben
Cell Broadcast
Kurzer Alarm für Mobiltelefone in der Funkzelle
Gerät kompatibel, eingeschaltet und nicht im Flugmodus
Ein Mobiltelefon und ein kleines Radio liegen für den Empfang von Hinweisen bereit.
3. Lose Gegenstände sichern, bevor der Wind auffrischt
Gehen Sie Balkon, Terrasse, Hof und Garten frühzeitig durch. Bringen Sie leichte Gartenmöbel, Blumenkästen, Sonnenschirme, Dekoration und Lichterketten nach drinnen oder sichern Sie sie so, dass sie sich nicht lösen können. Stellen Sie Mülltonnen an einen geschützten Platz. Prüfen Sie auch, ob Gegenstände auf Fensterbänken, Vordächern oder im Eingangsbereich herunterfallen könnten. Das BBK empfiehlt, lose Gegenstände rund ums Gebäude zu sichern und Orte zu meiden, an denen der Sturm Dinge mitreißen kann.
Warten Sie mit dieser Runde nicht, bis Äste bereits stark schwanken. Bei kräftigen Böen ist es riskant, noch auf den Balkon zu gehen, eine Markise von Hand zu bedienen oder Gegenstände vom Dach zu holen. Arbeiten in der Höhe gehören in fachkundige Hände und sollten nicht spontan während einer Warnlage erledigt werden.
Gartenstuhl und Blumenkasten werden vor dem Wind ins Haus gebracht.
4. Fenster und Türen schließen
Schließen Sie Fenster und Außentüren, bevor der Sturm einsetzt. Das verringert das Risiko, dass Winddruck oder herumfliegende Teile in die Wohnung gelangen. Außenjalousien, Markisen oder Rollläden sollten Sie nach den Hinweisen des Herstellers bedienen; manche Anlagen müssen bei starkem Wind hochgefahren werden, andere lassen sich als Schutz schließen. Gibt es für Ihr Gebäude feste Vorgaben, folgen Sie diesen. Halten Sie sich während heftiger Böen von Fenstern fern, denn Glas kann durch Gegenstände oder Bruchstücke gefährlich werden.
Ein Rollladen wird vor dem aufziehenden Herbstwind geschlossen.
5. Auto und Wege mitdenken
Wenn Sie ein Auto besitzen, stellen Sie es nach Möglichkeit in eine Garage. Das BBK rät davon ab, in der Nähe hoher Bäume oder von Gebäuden zu parken, weil Äste, Dachziegel oder andere Teile herabfallen können. Gibt es keine sichere Abstellmöglichkeit, wählen Sie einen möglichst freien Platz und vermeiden Sie bekannte Gefahrenstellen. Ein Parkplatz unter einem Baum ist bei einer angekündigten Sturmphase keine gute Ausweichlösung.
Prüfen Sie vor einer längeren Fahrt die Warnlage für Start, Ziel und Strecke. Bei einer deutlichen Warnung kann es vernünftiger sein, einen nicht dringenden Weg zu verschieben. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, meidet Wälder, Parks und Wege mit vielen Bäumen, sobald starke Böen einsetzen. Wenn Sie bereits draußen sind, suchen Sie ein festes Gebäude auf. Zelte und Wohnwagen bieten laut BBK keinen ausreichenden Schutz bei Sturm.
Ein Auto steht während der Sturmvorbereitung in einer Garage.
6. Auf Strom- und Telefonunterbrechungen vorbereiten
Ein kurzer Ausfall von Strom oder Mobilfunk ist nicht bei jedem Sturm zu erwarten, lässt sich aber mit wenigen Dingen leichter überbrücken. Laden Sie Smartphone und Powerbank auf. Legen Sie Taschenlampe, passende Ersatzbatterien und ein batteriebetriebenes Radio an einen bekannten Ort. Halten Sie notwendige Medikamente und wichtige Telefonnummern verfügbar, auch wenn das Smartphone leer ist. Kerzen und Streichhölzer können ergänzen; verwenden Sie Kerzen nur in einem stabilen Halter und lassen Sie sie nie unbeaufsichtigt.
Das Ergebnis ist dann gut, wenn alle im Haushalt wissen, wo Licht, Radio und Ladegerät liegen und wie sie im Notfall Informationen erhalten. Bei einem längeren Stromausfall ersetzen Internet und App allein kein batteriebetriebenes Radio, wenn Router und Mobiltelefon nicht mehr funktionieren.
Taschenlampe, Batterien, Radio und Powerbank liegen griffbereit.
7. Während des Sturms drinnen bleiben
Während starker Böen ist ein Gebäude meist der sinnvollste Aufenthaltsort. Bleiben Sie von Fenstern entfernt und meiden Sie Räume direkt unter dem Dachstuhl oder dort, wo ein umstürzender Baum das Gebäude treffen könnte. Verfolgen Sie neue Hinweise über Warn-App, Rundfunk oder Fernsehen. Ein Warntext kann geändert oder verlängert werden; richten Sie Ihr Verhalten deshalb nach der aktuellen Meldung und nicht nach einer älteren Bildschirmaufnahme.
Gehen Sie nicht nach draußen, um Schäden zu fotografieren oder ein Fahrzeug umzusetzen. Bei akuter Gefahr für Menschen wählen Sie den Notruf 112. Für Fragen zu einer konkreten Warnmeldung nennt NINA nach Möglichkeit die zuständige Stelle und eine Kontaktmöglichkeit; ansonsten wenden Sie sich an die örtlichen Behörden.
Eine Person hält sich mit einem Radio in einem Innenraum auf.
8. Nach dem Sturm vorsichtig bleiben
Wenn der stärkste Wind nachlässt, ist die Gefahr nicht automatisch vorbei. Äste können noch herabfallen, und beschädigte Dächer oder Fassadenteile können instabil sein. Halten Sie Abstand zu sichtbaren Schäden und betreten Sie keine beschädigten Gebäudeteile. Klettern Sie für eine Kontrolle nicht selbst aufs Dach. Prüfen Sie Haus und Grundstück von einem sicheren Platz aus. Das BBK empfiehlt, Schäden zu dokumentieren, die Versicherung zu informieren und deren Hinweise zur weiteren Vorgehensweise zu beachten.
Ein Ast auf einem privaten Weg lässt sich fotografieren, ohne sich darunter zu stellen oder ihn bei weiterem Wind zu bewegen. Bei größeren Hindernissen oder Gefahrenstellen informieren Sie die örtliche Feuerwehr oder Gemeinde über den passenden Kontaktweg; den Notruf nutzen Sie für akute Notfälle. Wenn Warnungen für Ihren Ort noch gelten, warten Sie mit der Kontrolle im Freien, bis die Behörden Entwarnung gegeben haben oder die Gefahrenlage sicher vorbei ist.
Eine Person fotografiert vom sicheren Türbereich aus einen Ast auf dem Gartenweg.
Welche Vorbereitung bringt den größten Nutzen?
Eine gute Vorsorge muss nicht kompliziert sein: Ort und Gültigkeitszeitraum prüfen, einen zusätzlichen Warnkanal einrichten, lose Gegenstände sichern, Fenster schließen und Licht sowie Information für einen möglichen Ausfall bereitlegen. Das hilft bei vielen Herbststürmen, bietet aber keinen Schutz vor jeder Situation. Bei exponierter Lage, einem beschädigten Gebäude oder einer konkreten behördlichen Anweisung ist eine allgemeine Checkliste nicht ausreichend. Dann gelten die aktuelle Warnung und die Hinweise der zuständigen Stellen vor Ort.