Erdbeben in Japan: Was Reisende im Ernstfall tun können – Stand 8. November 2026

Informationen geprüft am 8. November 2026 um 13.18 Uhr Schweizer Zeit (MEZ, UTC+01:00).

Wer in Japan ein starkes Erdbeben erlebt, sollte sich sofort vor herabfallenden Gegenständen schützen. An der Küste gilt nach starkem oder längerem Schütteln: Sobald eine sichere Bewegung möglich ist, unverzüglich höher gelegenes Gelände oder eine ausgewiesene Tsunami-Zuflucht aufsuchen – auch ohne eine Warnung abzuwarten.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weist darauf hin, dass in Japan jederzeit mit Erdbeben gerechnet werden muss und diese auch Tsunamis auslösen können. Die verfügbaren Suchergebnisse der japanischen Wetterbehörde JMA erlaubten bei dieser Prüfung keine verlässliche Aussage über ein konkretes aktuelles Beben oder eine aktuell geltende Warnung. Reisende sollten deshalb die amtlichen Meldungen für ihren jeweiligen Aufenthaltsort direkt prüfen.

Destaques

  • Während der Erschütterung Kopf und Nacken schützen und möglichst unter einem stabilen Tisch bleiben.
  • Nach starkem oder langem Schütteln an der Küste sofort höher gelegene Orte aufsuchen; nicht auf eine Tsunami-Warnung warten.
  • Warnungen und Evakuationsanweisungen der japanischen Behörden beachten und erst nach offizieller Entwarnung an die Küste zurückkehren.
  • Vor der Reise Fluchtwege, Notfallkontakte und die Hinweise des EDA bereithalten.

Was soll ich während eines Erdbebens in Japan tun?

In einem Gebäude gilt: Gehen Sie in die Hocke, schützen Sie Kopf und Nacken und suchen Sie, wenn möglich, unter einem stabilen Tisch Deckung. Halten Sie sich an diesem fest, bis die Erschütterung nachlässt. Bleiben Sie von Fenstern, Regalen und Gegenständen fern, die herunterfallen können. Rennen Sie während starker Erschütterungen nicht nach draussen, wo Fassadenteile oder Glas herabfallen können.

In einem Hotel, Einkaufszentrum oder Bahnhof folgen Sie den Anweisungen des Personals. Vermeiden Sie Menschenansammlungen an Ausgängen und benutzen Sie bei einer Evakuation die Treppe statt des Lifts. Sind Sie bereits im Freien, schützen Sie Ihren Kopf und entfernen Sie sich möglichst von Gebäuden, Mauern, Schildern und Stromleitungen. Im Zug oder Bus halten Sie sich fest und warten auf die Anweisungen des Personals.

Die japanische Wetterbehörde JMA erklärt, dass eine Erdbebenfrühwarnung oft nur wenige Sekunden bis einige Dutzend Sekunden vor starken Erschütterungen eintrifft. Nahe am Erdbebenherd kann sie zu spät kommen. Eine Warnung ist daher ein Signal, sich sofort zu schützen; auch ohne Alarm sollten Sie bei spürbaren Erschütterungen handeln.

Wann muss ich wegen eines Tsunamis fliehen?

Ein starkes oder lange anhaltendes Erdbeben an der Küste ist ein Anlass, sofort vor einem möglichen Tsunami zu fliehen. Gehen Sie so rasch wie sicher möglich auf höheres Gelände oder in ein ausgewiesenes Tsunami-Evakuationsgebäude. Warten Sie weder darauf, das Meer zu beobachten, noch auf eine Nachricht auf dem Mobiltelefon. Je nach Lage können Wellen sehr schnell eintreffen.

Wird für Ihren Küstenabschnitt eine Tsunami-Warnung oder ein entsprechender Hinweis ausgegeben, befolgen Sie die örtliche Evakuationsanweisung. Halten Sie sich auch von Flussmündungen und Ufern fern und kehren Sie nicht zurück, um Gepäck zu holen. Ein Tsunami kann aus mehreren Wellen bestehen; die erste muss nicht die grösste sein. Bleiben Sie an einem sicheren Ort, bis die Behörden die Warnung oder den Hinweis aufgehoben haben. Die japanische Tourismusorganisation JNTO fasst das Vorgehen zusammen.

Was passiert nach dem Beben mit Verkehr und Unterkunft?

Nach einem starken Beben sind weitere Erschütterungen möglich. Rechnen Sie ausserdem je nach betroffenem Gebiet mit gesperrten Strassen, unterbrochenen Zugverbindungen, Stromausfällen und eingeschränktem Mobilfunk. Ob und wo solche Folgen tatsächlich auftreten, hängt vom konkreten Ereignis ab; aus einem Beben lässt sich keine pauschale Aussage für ganz Japan ableiten.

Verlassen Sie ein beschädigtes Gebäude, sobald dies sicher möglich ist, und folgen Sie den Anweisungen vor Ort. Achten Sie auf Glasscherben und herabgefallene Gegenstände. Betreten Sie beschädigte Gebäude erst wieder, wenn die zuständigen Stellen dies erlauben. Prüfen Sie vor einer Weiterreise die Mitteilungen Ihrer Bahn- oder Fluggesellschaft und fragen Sie Ihre Unterkunft nach sicheren Wegen und Sammelpunkten.

Informieren Sie Angehörige möglichst früh mit einer kurzen Nachricht über Ihren Standort. Wenn Telefonleitungen überlastet sind, kann eine Textnachricht praktikabler sein. Laut EDA-Reisehinweisen für Japan können Reisende bei blockierten Leitungen die japanischen Behörden am Sammelpunkt bitten, die Schweizer Botschaft in Tokio über ihre Anwesenheit zu informieren.

Wo finde ich aktuelle Erdbeben- und Tsunami-Warnungen?

Die JMA veröffentlicht Erdbebeninformationen und Tsunami-Warnungen und Hinweise auch auf Englisch. Entscheidend ist, ob Ihr konkreter Aufenthaltsort beziehungsweise Ihr Küstenabschnitt betroffen ist. Beachten Sie zusätzlich Lautsprecherdurchsagen, Hinweisschilder und Anweisungen der Gemeinde oder Unterkunft. Webseiten können verzögert aktualisiert werden; bei unmittelbarer Gefahr zählt die sofortige Flucht.

Frühwarnungen geben nach der Erkennung eines Bebens einen kurzen Vorsprung; sie sagen ein Erdbeben nicht Tage im Voraus voraus. Auch Tsunami-Schätzungen können angepasst werden. Eine Warnung für eine Region bedeutet nicht automatisch, dass alle Landesteile gleich betroffen sind. Prüfen Sie deshalb regelmässig neue amtliche Meldungen, statt einzelne ältere Beiträge in sozialen Medien weiterzugeben.

Wie bereite ich mich vor der Japanreise vor?

Erkundigen Sie sich beim Einchecken nach Treppen, Ausgängen, Sammelpunkt und dem Evakuationsplan. An der Küste lohnt es sich, den Weg zu höherem Gelände oder einer ausgewiesenen Zuflucht bereits bei Tageslicht anzusehen. Speichern Sie die Adresse Ihrer Unterkunft und wichtige Kontakte offline und vereinbaren Sie mit Mitreisenden einen Treffpunkt für den Fall, dass Sie getrennt werden.

Packen Sie ein geladenes Mobiltelefon, eine Powerbank, notwendige Medikamente, etwas Wasser und eine kleine Taschenlampe griffbereit ein. Achten Sie auf festes Schuhwerk. Lesen Sie vor und während der Reise die aktuellen Reisehinweise des EDA und informieren Sie sich über die örtlichen Warnmöglichkeiten. Die EDA-App Travel Admin kann bei der Reisevorbereitung und im Ereignisfall unterstützen.

Welche Hilfe gibt es für Schweizer Reisende?

Bei akuter Gefahr oder Verletzungen alarmieren Sie die örtlichen Rettungsdienste; in Japan erreichen Sie Feuerwehr und Ambulanz unter 119, die Polizei unter 110. Halten Sie Ihren Standort möglichst genau bereit und bitten Sie bei Sprachschwierigkeiten Personen vor Ort um Hilfe.

Für konsularische Anliegen ist die Schweizer Botschaft in Tokio unter +81 3 5449 8400 erreichbar. Die Helpline EDA ist rund um die Uhr unter +41 800 24-7-365 oder +41 58 465 33 33 erreichbar. Bei einer grossflächigen Katastrophe können Verbindungen zeitweise ausfallen; befolgen Sie zunächst die lokalen Schutzanweisungen.

Häufige Fragen

Soll ich bei einem Erdbeben sofort aus dem Hotel rennen?

Während starker Erschütterungen schützen Sie sich zunächst vor fallenden Gegenständen. Verlassen Sie das Gebäude anschliessend, wenn dies sicher ist oder das Personal beziehungsweise die Behörden dazu auffordern.

Ist nach jedem Erdbeben mit einem Tsunami zu rechnen?

Nein. Ein Tsunami ist eine mögliche Folge, besonders bei geeigneten Beben unter oder nahe dem Meer. An der Küste sollten Sie nach starkem oder langem Schütteln dennoch sofort höheres Gelände aufsuchen.

Kann ich eine Japanreise wegen der Erdbebengefahr planen?

Das EDA beurteilt Reisen nach Japan grundsätzlich als sicher, weist aber auf die jederzeit mögliche Erdbebengefahr hin. Prüfen Sie vor der Abreise die aktuellen Hinweise für Ihre Route und bereiten Sie sich auf den Ernstfall vor.

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