Gelbe Tonne: Was darf rein und was gehört nicht hinein?
Gelbe Tonne richtig befüllen: Welche Verpackungen erlaubt sind, was nicht hinein darf und wie du Becher, Kartons und Folien richtig trennst.
Eine Dunkelflaute ist eine Wetterphase, in der wenig Wind weht und zugleich kaum Sonnenstrom erzeugt wird. Das ist eine Herausforderung für die Stromversorgung in Deutschland, aber kein gleichbedeutendes Wort für einen Blackout. Wenn Windräder und Photovoltaikanlagen wenig liefern, müssen andere Kraftwerke, Speicher und Stromimporte einspringen. Besonders bei hohem Verbrauch können dann die Großhandelspreise steigen.
Wie eine solche Lage wirkt, zeigen die Dunkelflauten im November und Dezember 2024: Trotz zeitweiliger Preisspitzen von mehr als 900 Euro pro Megawattstunde war die Versorgung laut Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt jederzeit gesichert. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen teurem Strom, einer angespannten Marktlage und einem tatsächlichen Versorgungsengpass.
Der Begriff verbindet „dunkel“ – wenig nutzbare Sonneneinstrahlung – und „Flaute“ – schwachen Wind. Gerade im Herbst und Winter können kurze Tage, Bewölkung und großflächige Hochdrucklagen zusammenkommen. Nachts liefern Solaranlagen ohnehin keinen Strom; bei anhaltend schwachem Wind fällt gleichzeitig ein wichtiger weiterer Erzeuger aus.
Eine einheitliche, für alle Untersuchungen verbindliche Grenze gibt es nicht. Für ihre Analyse der Preisspitzen 2024 bezeichnet die Bundesnetzagentur Zeiträume als Dunkelflaute, in denen die Stromerzeugung aus Wind- und Photovoltaikanlagen mindestens 48 Stunden lang durchgehend weniger als 15 Prozent ihrer installierten Leistung erreicht. Diese konkrete Definition steht in der amtlichen Untersuchung. Eine einzelne windarme Stunde ist also nicht automatisch eine mehrtägige Dunkelflaute.
Nicht zwangsläufig. Im Stromnetz müssen Erzeugung und Verbrauch zu jedem Zeitpunkt ausgeglichen sein. Fällt die wetterabhängige Erzeugung, können grundsätzlich mehrere Quellen die Lücke schließen:
Bei den angespannten Stunden am 6. November und 12. Dezember 2024 standen nach behördlicher Schätzung zusätzlich zu noch verfügbaren Marktkapazitäten etwa 12 bis 13 Gigawatt Reserven und Regelenergie bereit. Die gesicherte Versorgung in diesen Beispielen bedeutet jedoch nicht, dass sich zukünftige Dunkelflauten ohne zusätzliche Vorsorge bewältigen lassen. Das Versorgungssicherheitsmonitoring 2025 betont den Bedarf an weiteren steuerbaren Kapazitäten und flexibler Nachfrage für die kommenden Jahre.
Wenn Wind- und Solarstrom knapp sind, müssen häufiger Kraftwerke mit höheren kurzfristigen Erzeugungskosten einspringen. Trifft das auf eine hohe Stromnachfrage, wird die nächste benötigte Kilowattstunde an der Börse teurer. Auch begrenzte Importmöglichkeiten und knappe Kraftwerkskapazitäten können den Druck erhöhen.
Die Untersuchung zu den Dunkelflauten 2024 nennt für einzelne Stunden einen Höchstwert von rund 936 Euro je Megawattstunde. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelspreis des gesamten Jahres 2024 lag bei etwa 79 Euro je Megawattstunde. Die Behörden fanden bei ihrer Untersuchung keine Hinweise auf missbräuchliches Zurückhalten von Erzeugungskapazitäten durch die fünf größten Stromerzeuger; einzelne Sachverhalte wurden weiter geprüft.
Eine solche Börsenpreisspitze ist nicht automatisch der Preis auf der nächsten Haushaltsrechnung. Bei einem üblichen Festpreisvertrag bleibt der vereinbarte Arbeitspreis zunächst unverändert. Bei einem dynamischen Tarif, der Börsenpreise weitergibt, können teure Stunden dagegen unmittelbar ins Gewicht fallen. Hinzu kommen je nach Tarif Netzentgelte, Steuern, Abgaben und weitere Preisbestandteile.
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wächst, ihre Wetterabhängigkeit bleibt aber relevant. Laut den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Strommarktdaten für 2025 stammten 58,8 Prozent der realisierten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern. Dieser Jahresanteil sagt allerdings nicht, wie viel Wind- und Solarstrom in einer bestimmten Winterstunde zur Verfügung steht.
Eine Dunkelflaute betrifft zudem nicht zwingend alle europäischen Länder im gleichen Ausmaß. Das Verbundnetz kann regionale Unterschiede ausgleichen. Umgekehrt sind Importe weniger hilfreich, wenn mehrere Nachbarländer gleichzeitig ähnliche Wetterlagen und hohe Nachfrage haben. Versorgungssicherheit muss deshalb über einzelne Stunden und über längere ungünstige Wetterphasen hinweg geplant werden.
Keine Einzelmaßnahme löst das Problem vollständig. Die wichtigsten Optionen erfüllen unterschiedliche Aufgaben:
| Maßnahme | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| Mehr Wind- und Solaranlagen | Erhöhen die verfügbare Erzeugung über viele Stunden im Jahr | Schwache Wetterlagen bleiben möglich |
| Batterien und Pumpspeicher | Gleichen kurzfristige Schwankungen aus | Speicherdauer und Kapazität sind begrenzt |
| Steuerbare Kraftwerke | Können bedarfsgerecht einspeisen | Benötigen Brennstoffe, verursachen Kosten und teilweise Emissionen |
| Europäischer Stromhandel | Nutzt Erzeugungsüberschüsse anderer Regionen | Hängt von Nachbarländern und Netzen ab |
| Flexible Stromnachfrage | Verschiebt geeigneten Verbrauch in günstigere Stunden | Nicht jeder Bedarf lässt sich verschieben |
Gerade die Kombination ist entscheidend: Netzverbindungen bringen Strom dorthin, wo er gebraucht wird, Speicher helfen über kürzere Engpässe und flexible Verbraucher entlasten teure Stunden. Länger andauernde Defizite verlangen zusätzlich ausreichend verfügbare, steuerbare Leistung. Diese Mischung ist auch ein Kerngedanke des Versorgungssicherheitsmonitorings der Bundesnetzagentur.
Für die meisten Haushalte besteht kein Anlass, bei einer bloßen Dunkelflaute mit einem unmittelbaren Stromausfall zu rechnen. Nützlicher ist ein Blick auf den eigenen Tarif und darauf, welche Verbräuche zeitlich verschiebbar sind.
Wer die Lage selbst einschätzen möchte, findet auf der offiziellen Plattform SMARD Daten zu realisierter Stromerzeugung, Netzlast, Stromhandel und Großhandelspreisen. Ein hoher Börsenpreis allein ist dabei kein Beweis für eine drohende Netzabschaltung.
Entscheidend sind mehrere Stunden oder Tage mit sehr geringer Wind- und Solareinspeisung, nicht allein eine graue Wettervorhersage. Zum Einordnen sollten Erzeugungsdaten, Verbrauch, Import- und Exportmengen sowie Börsenpreise zusammen betrachtet werden. Tages- und Jahresdurchschnitte können kurze Engpassphasen verdecken.
Fazit: Eine Dunkelflaute macht das Stromsystem anspruchsvoller und kann Energie vorübergehend verteuern. Sie führt jedoch nicht automatisch zum Blackout. Zuverlässige Versorgung erfordert, dass Erneuerbare, steuerbare Kapazitäten, Speicher, Netze und flexible Nachfrage gemeinsam geplant und betrieben werden.
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